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07:28 14 Oktober 2019
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    Eni-Chef: Europa auf russisches Gas angewiesen – Dilemma zwischen Politik und Wirtschaft

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    Europa ist heute dermaßen stark von russischem Gas abhängig, dass es unmöglich ist, von einer Unabhängigkeit Europas im Energiebereich zu sprechen, stellte Paolo Scaroni, Chef des größten italienischen Öl- und Gaskonzerns Eni, in einem am Dienstag in der Zeitung „Corriere della Sera“ veröffentlichten Interview fest.

    Europa ist heute dermaßen stark von russischem Gas abhängig, dass es unmöglich ist, von einer Unabhängigkeit Europas im Energiebereich zu sprechen, stellte Paolo Scaroni, Chef des größten italienischen Öl- und Gaskonzerns Eni, in einem am Dienstag in der Zeitung „Corriere della Sera“ veröffentlichten Interview fest.

    Der Eni-Chef hob dabei hervor, dass das Problem der Deckung des Energiebedarfs für mehrere europäische Länder durchaus akut ist. „Frankreich und Italien sowie die Niederlande kaufen zwar russisches Gas, sie haben aber auch andere Lieferanten. Solche Länder wie Österreich, Polen und Bulgarien würden aber ohne Gas aus Moskau heute oder morgen in der Kälte stehen müssen“, sagte er.

    Scaroni verwies darauf, dass 38 Prozent der von Deutschland importierten Gasmengen aus Russland stammen, und zwar ohne Transit über die Ukraine, sondern über die Gaspipeline Nord Stream. „Probleme würden allerdings entstehen, wenn die EU beschließen würde, Sanktionen gegen russisches Gas zu verhängen. In dem Fall würde man die Nord-Stream-Pipeline ebenfalls nicht gebrauchen dürfen.“

    In diesem Zusammenhang erscheinen Aussichten für das Pipeline-Projekt South Stream problematisch, fügte er hinzu. „In kommerzieller Hinsicht sollten wir South Stream begünstigen, weil dieses Projekt die Möglichkeit bietet, den Transit über die Ukraine zu vermeiden, sowie weil die Rohrfernleitung von der Gruppe Saipem gebaut werden soll, deren Aktionär wir sind“, so der Eni-Chef. In politischer Hinsicht könnte aber die Position des Westens anders sein, weil der Bau dieser Gaspipeline zu einer Festigung von Beziehungen zwischen Russland und Europa im Energiebereich führen würde.

    Wie die „Corriere della Sera“ berichtet, reist Scaroni am Dienstag nach Washington, wo er mehrere Treffen im US-Außenamt abhalten soll.

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