09:32 20 Februar 2017
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    Janukowitsch: „Deutschland, Frankreich und Polen lockten mich in eine Falle“

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2431)
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    Der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat die Unterzeichnung eines Abkommens über die Beilegung der Ukraine-Krise vom 21. Februar als eine Falle bezeichnet.

    Der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat die Unterzeichnung eines Abkommens über die Beilegung der Ukraine-Krise vom 21. Februar als eine Falle bezeichnet.

    „Ich konnte nicht ahnen, dass die Behörden und der Präsident der Ukraine mit diesem Abkommen in eine Falle gelockt werden sollten“, sagte Janukowitsch am Mittwoch in einem Interview für die TV-Sender APTN und NTV. Das Abkommen war am 21. Februar in Kiew von Janukowitsch sowie dem Chef der UDAR-Partei, Vitali Klitschko, dem Fraktionschef der Vaterlandspartei, Arseni Jazenjuk, und dem Chef der ultranationalistischen Freiheitspartei, Oleg Tjagnibok, unterzeichnet worden. Als Zeugen setzten auch die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens, Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Radoslaw Sikorski, ihre Unterschriften unter das Papier.

    Das sei eine Falle gewesen. „In der nächsten Nacht wurde ich von den Extremisten attackiert, ganz offen, mit der Waffe in der Hand“, fuhr Janukowitsch fort. Auf die Frage, ob er vor der Unterzeichnung des Abkommens mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen hatte, sagte der entmachtete Präsident, er habe Putin erst nach der Unterzeichnung angerufen. Janukowitsch bestätigte, dass er Putin um einen Truppeneinsatz in der Ukraine gebeten hatte. Jetzt halte er diese Entscheidung aber für falsch, sagte Janukowitsch.

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    Alle Kommentare

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      At_Tiffany
      Vae Victis sagte schon der alte Brennus!

      Mit Aufrührern verhandelt man nicht, gar nicht, entweder man gibt sich geschlagen und sieht zu, dass man Land gewinnt oder man schlägt den Aufstand nieder, dazwischen gibt es nichts, gar nichts, überhaupt gar nichts.

      Janukowitsch ist in den Verhandlungen keine Falle gelockt worden, die "Verhandlungen" waren die Falle. Wenn so jemand Macchiavelli & Co zur Theorie des Staatsstreichs nicht gelesen hat, oder nicht verstanden hat, ist das seine Schuld.

      Ausserdem war das der zweite Versuch des Westens eine Ihm genehme Regierung zu installieren. Janukowitsch war also gewarnt, dass es nun um die Wurst geht. Die Westler wie Steinmeier waren keine "neutralen" Vermittler, sondern hatten von den USA den Auftrag in der Tasche Janukowitsch zu stürzen. Janukowitsch soll froh sein, dass er mit dem Leben davon gekommen ist. Niemand wird Ihm helfen, die Macht wieder zu erringen, diejenigen, von denen er Hilfe erhofft übernehmen im Fall die Macht lieber gleich selber, Janukowitschs Karriere ist als Versager beendet.
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      sachsenhammer1
      Wenn Janukowitsch diese Krise
      überstanden hätte, wäre dann
      die Krim zu Russland gegangen?
      Ich glaube nicht, dass die Ukrainer freiwillig auf die Krim
      verzichtet hätten.
      Wer war hier wohl der eigentliche
      Stratege?
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      jzedtlerAntwort ansachsenhammer1(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      sachsenhammer1, Die Krim war eine der Hauptgründe für den von den Nato -Ländern durchgeführten Regierungsumsturz. Die Krim ist strategisch enorm wichtig und spielte schon bei der sogenannten Orangenen Revolution 2004 eine große Rolle. Nach dem damaligen Umsturz wurden die Verträge zur russischen Nutzung des Schwarzmeerhafens und Truppenstationierung auf der Krim gekündigt was aber nicht mehr umgesetzt werden konnte weil in der Zwischenzeit wieder ein Regierungswechsel statt fand. In der Nato war man damals alles andere als glücklich darüber weil solange Russland die Krim nutzen kann behält Russland auch eine gewisse Kontrolle über das Schwarze Meer was als Verbindung zum Mittelmeer enorm wichtig ist.. Die jetzige Regierung in Kiew hatte den Auftrag den Vertrag mit Russland diesmal schnell zu kündigen um die Krim zu einem Nato Stützpunkt machen zu können. Um das verhindern hat Russland einfach dass einzig richtige getan und die Krim eingegliedert. Das dürfte auch für die Zukunft die Ukraine wesentlich unattraktiver für die USA und co. werden lassen.
      Ohne Regierungsumsturz wäre die Krim definitiv noch ukrainisch da man intakte Verträge hatte und Janukowitsch daran festhalten wollte.
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      Greatputin
      Weil die militärische Intervention dann doch durch Russland erfolgte und zur Teilung seines Vaterlandes führte?
    • Rita_MAntwort anjzedtler(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jzedtler, da hat die russ. Förderation wirklich blitzschnell gehandelt, denn es war die letzte Gelegenheit. Außerdem war die Krim schon lange russisch. Was Chrusscvhow da gemacht hat, aus einer Laune heraus, war mehr als fraglich.
    • avatar
      hgielessen
      Janukowitch als Vertreter einer bestmnmten Oligarchenklasse ging nicht mit der notwendigen Härte -aus Angstvor der Reaktion des Westen !-gegen den Maidan vor-so war das Rathaus in Kiev besetzt und mit Naziflaggen dekoriert worden -unvorstellbar das z. B. das rote Rathaus in Berlin von der NPD so besetzt werden könnte. Janukowitch besaß nicht die Statur sich durchzusetzen - so hat er seinen Untergang selbst mit herbeigeführt. Tatsächlich wäre aber die Maidan Bewegung ohne westliche Unterstützung im Januar 2014 von selbst zusammengefallen.
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