01:47 30 September 2016
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„Donezker Republik“ fordert Abzug ukrainischer Truppen

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Entwicklung in Ostukraine (2318)
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Die selbsternannte Führung der so genannten Donezker Republik, die am Montag im ostukrainischen Gebiet Donezk ausgerufen wurde, hat Medienberichten zufolge den aus Kiew ernannten Gouverneur Sergej Taruta für abgesetzt erklärt und einen Abzug der ukrainischen Truppen gefordert.

Die selbsternannte Führung der so genannten Donezker Republik, die am Montag im ostukrainischen Gebiet Donezk ausgerufen wurde, hat Medienberichten zufolge den aus Kiew ernannten Gouverneur Sergej Taruta für abgesetzt erklärt und einen Abzug der ukrainischen Truppen gefordert.

Wie die Internetzeitung „Ukrainskaja prawda“ am Dienstag berichtet, haben sich die Aktivisten, die seit Montag das Gebäude der Gebietsverwaltung in der Kohlemetropole kontrollieren, zur legitimen Regierung der „Donezker Republik“ erklärt und für den 11. Mai ein Referendum über die Selbstbestimmung der Region angesetzt. In einer Erklärung forderten die Aktivisten zudem von Kiew die Freilassung ihres „Volksgouverneurs“ Pawel Gubarew und einen Abzug der ukrainischen Truppen aus der Region.

Die Tumulte in der Ost-Ukraine hatten nach dem Machtwechsel in Kiew begonnen, bei dem die prowestliche Opposition den prorussischen  Präsidenten Viktor Janukowitsch gestürzt hatte. Von Russen dominierte Gebiete im Osten und Süden der Ukraine haben die neue, von Nationalisten geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt. Auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim stimmten mehr als 96,7 Prozent der Teilnehmer eines Referendums für eine Abspaltung von der Ukraine und eine Wiedervereinigung mit Russland. Kurz danach unterzeichneten Russland und die Krim einen Vertrag über die Eingliederung der Halbinsel in die Russische Föderation. In mehreren Großstädten der Süd- und Ostukraine forderten Tausende Demonstranten eine Föderalisierung der Ukraine ein Referendum nach dem Vorbild der Krim.

Am vergangenen Sonntag besetzten pro-russische Aktivisten in den Millionenstädten Charkow und Donezk die Gebietsverwaltungen und hissten auf den Dächern die russische Fahne. In Donezk gründeten die Demonstranten einen „Volksrat“, der ein Referendum über einen Beitritt dieser Industrieregion zu Russland angekündigt und den russischen Präsidenten Wladimir Putin um einen Friedenseinsatz gebeten hat. Daraufhin verlegte das ukrainische Innenministerium Spezialeinheiten aus westlichen Regionen des Landes in die Unruhegebiete.

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