14:04 01 Oktober 2016
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    Ukrainische Regierung beginnt „Sonderoperation“ gegen Demonstranten in Slawjansk

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2405)
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    Ukrainische Sicherheitskräfte haben in der östlichen Stadt Slawjansk einen Sondereinsatz gegen prorussische Demonstranten begonnen, die am Tag davor mehrere Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Aktivisten sind nach eigenen Angaben unbewaffnet.

    Ukrainische Sicherheitskräfte haben in der östlichen Stadt Slawjansk einen Sondereinsatz gegen prorussische Demonstranten begonnen, die am Tag davor mehrere Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Aktivisten sind nach eigenen Angaben unbewaffnet.

    Wie ein Korrespondent der RIA Novosti aus Slawjansk berichtet, sind in der Stadt Schüsse zu hören. Hubschrauber kreisen über der Stadt. Mehrere Schützenpanzer haben die östlichen Zufahrten zu Slawjansk versperrt.

    Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow kündigte am Sonntagmorgen den Beginn einer Sonderoperation an. „Sicherheitskräfte von Einheiten aus dem ganzen Land wurden hinzugezogen“, schrieb er auf Facebook. Der Minister rief Zivilisten auf, „sich aus dem Stadtkern zurückzuziehen, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und den Fenstern fern zu bleiben“. Laut Awakow hatten die Demonstranten als erste das Feuer eröffnet. Am Freitag hatten die Aktivisten beteuert, dass sie keine Waffen hätten.

    Die politische Krise in der Ukraine war eskaliert, nachdem die prowestliche Opposition im Februar den prorussischen Staatschef Viktor Janukowitsch gestürzt und eine Übergangsregierung gestellt hatte. Von Russen dominierte Gebiete im Osten und Süden der Ukraine haben die neue, von Nationalisten geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt. In Donezk, Charkow und Lukansk demonstrierten Tausende Menschen für eine Föderalisierung der Ukraine. Die Schwarzmeer-Halbinsel Krim spaltete sich nach einem Referendum von der Ukraine ab und trat Russland bei. Andere östliche Regionen riefen „Volksrepubliken“ aus.

    Die Ukraine, Russland, die EU und die USA einigten sich auf vierseitige Gespräche in Genf, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte in einem Telefonat mit dem US-Kollegen John Kerry, dass die Gespräche nicht zustande kommen würden, sollte Kiew Gewalt gegen die Demonstranten einsetzen.

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