09:00 01 Oktober 2016
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    New York Times: Keine Russen unter Volksmilizen in Slawjansk

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    Die Volkswehr, die die ostukrainische Stadt Slawjansk verteidigt, ist nach Angaben der US-Zeitung New York Times mit veralteten ukrainischen Waffen ausgerüstet; unter den Kämpfern gibt es keine russischen Bürger.

    Die Volkswehr, die die ostukrainische Stadt Slawjansk verteidigt, ist nach Angaben der US-Zeitung New York Times mit veralteten ukrainischen Waffen ausgerüstet; unter den Kämpfern gibt es keine russischen Bürger.

    Ein Korrespondent der Zeitung hat rund eine Woche am Standort der so genannten 12. Volkswehr-Kompanie der selbstproklamierten Volksrepublik Donezk verbracht. Nach seinen Angaben ist die Kompanie ähnlich bewaffnet wie die ukrainischen Soldaten und Sicherheitskräfte, die die Stadt belagern.

    So haben die Volksmilizen Kalaschnikow-Sturmgewehre, Makarow-Pistolen, leichte Maschinengewehre aber auch Dragunow-Scharfschützengewehre und Panzerfäuste. Viele der Waffen seien bereits in den 1980-ern und früheren 1990-ern gebaut worden. Wie die Aktivisten sagen, stammen ihre Waffen nicht von Russland, sondern von besetzten ukrainischen Polizeistationen und Armeekolonnen, die von den Aktivisten gestoppt und entwaffnet wurden. Eine Panzerfaust vom Typ RPG-7 sei samt Munition von korrupten ukrainischen Soldaten für umgerechnet 2000 US-Dollar gekauft worden, erzählte einer der Aktivisten.

    „Für die Jungs in Kiew sind wir Separatisten und Terroristen. Für die Menschen hier sind wir Verteidiger", sagte Kompanieführer Juri. Sein Verband bestehe ausschließlich aus ukrainischen Staatsbürgern. Viele von ihnen hätten früher beim Militär gedient.

    Die Krise in der Ukraine war im Februar eskaliert, nachdem die Opposition den Staatschef Viktor Janukowitsch für abgesetzt erklärt hatte. Obwohl die von der Verfassung vorgeschriebene 75-Prozent-Mehrheit im Parlament nicht erreicht wurde, stellten Oppositionsparteien eine Übergangsregierung, die von den westlichen Staaten anerkannt wurde.

    Dagegen haben die von russischsprachigen Einwohnern dominierten Gebiete im Osten und Süden der Ukraine die neue, nationalistisch geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt. In Donezk, Charkow, Lugansk und anderen Städten demonstrierten tausende Menschen für ein Referendum und eine Föderalisierung der Ukraine. Aktivisten besetzten Verwaltungsgebäude, bauten Barrikaden und riefen „Volksrepubliken“ aus. Daraufhin startete die Regierung in Kiew in den Protestregionen eine „Anti-Terror-Operation“ unter Einsatz der Armee. Bei Gefechten in Slawjansk, Kramatorsk und anderen östlichen Städten gab es viele Tote und Verletzte (Fotostrecke>>).

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