05:12 01 Oktober 2016
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    Ex-Präsidentenkandidat Zarjow: Kiew spielt Zahl der Brandtoten in Odessa herunter (Zusammenfassung 20.15)

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    Die Behörden in Kiew spielen die Zahl der Brandtoten in der Schwarzmeerstadt Odessa nach Ansicht von Ex-Präsidentenkandidat Oleg Zarjow herunter. Er sei davon überzeugt, dass bei der Tragödie mehr als 100 Menschen, darunter Kinder, verbrannt gewesen seien, sagte Zarjow am Montag in einem RIA-Novosti-Gespräch.

    Die Behörden in Kiew spielen die Zahl der Brandtoten in der Schwarzmeerstadt Odessa nach Ansicht von Ex-Präsidentenkandidat Oleg Zarjow herunter. Er sei davon überzeugt, dass bei der Tragödie mehr als 100 Menschen, darunter Kinder, verbrannt gewesen seien, sagte Zarjow am Montag in einem RIA-Novosti-Gespräch.

    „Wir sind davon überzeugt, dass die Zahl der Leichen im Gewerkschaftshaus deutlich über 100 liegt. Die Sicherheitskräfte lassen niemanden ins Gebäude, damit das genaue Ausmaß der Katastrophe nicht bekannt wird“, sagte Zarjow, ohne aber Beweise angeführt zu haben.

    „Wir wissen ganz genau, dass es unter den Toten auch Kleinkinder waren. Und wir sind sicher, dass die Machthaber alles tun werden, um die Spuren ihres Verbrechens zu verwischen. Wir wollen die Schuldigen zur Verantwortung ziehen… Es entsteht der Eindruck, dass Menschen gezielt getötet wurden. Dass manche Frauen halbgekleidet waren, spricht dafür, dass sie vor der Ermordung vergewaltigt wurden“, sagte Zarjow, der nach der Rücknahme seiner Kandidatur die gesellschaftliche Bewegung „Südosten“ leitet.

    Zuvor am Montag hatte auch der Abgeordnete Wadim Sawenko den Kiewer Behörden vorgeworfen, die wahre Opferzahl zu verschweigen. Nach seinen Angaben starben nicht 42, sondern 116 Menschen in dem brennenden Gewerkschaftshaus. „Nach unseren Angaben wurden im Gewerkschaftshaus 116 Menschen getötet“, sagte Sawenko, der im Gebietsparlament sitzt. Nach seinen Worten haben geborgene Leichen „Einschusswunden am Kopf“ aufgewiesen. Die Brandtragödie bezeichnete er als „Strafoperation gegen die prorussisch gesinnten Bürger“.

    In Odessa war es am vergangenen Freitag zu Ausschreitungen zwischen Anhängern eines Referendums und Schlägern des ultranationalistischen Rechten Sektors gekommen. Die Extremisten steckten ein Zeltlager in Brand, in dem Unterschriften für ein Referendum über die Zukunft des Gebietes Odessa gesammelt wurden. Mehrere Anti-Maidan-Aktivisten versteckten sich im benachbarten Gewerkschaftshaus. Die Angreifer versperrten die Ausgänge und bewarfen das Gebäude mit Molotow-Cocktails.

    Dutzende verbrannten bei lebendigem Leibe oder starben beim Sprung aus den Fenstern. Fernsehbilder zeigten, wie verletzte Anti-Maidan-Aktivisten, denen die Flucht aus den Flammen gelang, von den Radikalen zusammengeschlagen wurden. Die Polizei schritt nicht ein. Nach Angaben des Innenministeriums in Kiew kamen bei den Ausschreitungen insgesamt 46 Menschen ums Leben, 214 weitere wurden verletzt. Der ukrainische Regierungschef Arsenij Jazenjuk machte das Innenministerium für die zahlreichen Toten verantwortlich.

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