19:18 26 September 2016
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Gazprom-Chef Alexej Miller

Gazprom-Chef Miller warnt Kiew vor Stehlen von Transitgas

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Russisch-ukrainischer Gasstreit (230)
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Der Vorstandschef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hat die Ukraine davor gewarnt, Gas aus der Transitpipeline abzuzapfen. „Falls Kiew keine Vorkasse für Juni zahlt, wird Gas an die ukrainische Grenze nur in der Menge gepumpt, die die ukrainische Seite für Kunden nach Europa transportieren soll“, sagte der Topmanager am Samstag in Moskau.

Der Vorstandschef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hat die Ukraine davor gewarnt, Gas aus der Transitpipeline abzuzapfen. „Falls Kiew keine Vorkasse für Juni zahlt, wird Gas an die ukrainische Grenze nur in der Menge gepumpt, die die ukrainische Seite für Kunden nach Europa transportieren soll“, sagte der Topmanager am Samstag in Moskau.

„Die ukrainischen Partner werden sich für ein nicht sanktioniertes Abzapfen von diesem Gas verantworten müssen. Von Juni an wird der Konzern Gas in die Ukraine in der Menge transportieren, für die Kiew im Voraus gezahlt hat. Fehlt die Vorkasse, werden wir nur das für Europa bestimmte Gas in die Ukraine pumpen“, sagte Miller in einem Interview für das russische Fernsehen. Gazprom werde alles nur Mögliche tun, damit europäische Verbraucher keine Probleme hätten, versicherte er.

Der ukrainische Versorger Naftogaz steht derzeit mit rund 3,5 Milliarden US-Dollar bei Gazprom in der Kreide. Am 13. Mai stellte Gazprom der ukrainischen Seite eine Rechnung für Juni aus, die Kiew im Voraus zu begleichen hat. Sollte der Betrag von rund 1,66 Milliarden Dollar nicht bis Anfang Juni überwiesen werden, dreht Gazprom den Gashahn für die Ukraine am 3. Juni zu.

Zu der von Kiew eingereichten Klage gegen Gazprom sagte Miller, das Stockholmer Schiedsgericht werde das Problem der ausbleibenden Zahlungen nicht lösen helfen, weil die hohen Gasschulden aus der schwächelnden ukrainischen Wirtschaft resultieren. „Kiew sollte sich darüber klar werden, dass das Stockholmer Gericht nicht helfen und nicht retten kann. Denn es geht nicht um einen Wirtschaftsstreit zwischen zwei Subjekten – Gazprom und Naftogaz -, sondern um ein Problem der ukrainischen Wirtschaft. Die Ukraine ist ein Bankrott. Das ist ein extrem schweres Systemproblem. Ukraine kann heute nicht fürs Gas zahlen“, betonte der Vorstandschef.

Im Zusammenhang mit dem drohenden „Gas-Krieg“ sprach sich Miller für die volle Auslastung der wichtigen Pipeline OPAL durch Gazprom aus, die die Fernleitung Nord Stream zwischen Russland und Deutschland mit dem europäischen Gastransportnetz verbindet. Die OPAL-Leitung mit einer Durchsatzkapazität von 36 Milliarden Kubikmetern pro Jahr darf von Gazprom derzeit wegen Auflagen des Dritten EU-Energiepakets nur zur Hälfte genutzt werden.

„Aber selbst wenn die EU-Kommission eine Ausnahme für die OPAL-Leitung macht, wird das Transitproblem bei weitem nicht vollständig gelöst“, fuhr Miller fort. Nord Stream könnte im besten Fall nicht einmal die Hälfte des Gases transportieren, das über das Territorium der Ukraine fließt. „In diesem Fall kann nur die geplante Leitung South Stream helfen. Nur diese wichtige Pipeline wird alle ukrainischen Transitrisiken aus dem Weg räumen“, betonte Miller.

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