13:10 04 Dezember 2016
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    Trotz Poroschenkos Friedensversprechen: Donezk-Becken unter Dauerbeschuss

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    In den zwölf Tagen seit der Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko haben sich die Kämpfe im Gebiet Donezk auf die ganze Region ausgedehnt. Während vorher nur das nördlich gelegene Slawjansk ein Gefahrenherd gewesen war, wird jetzt von Gefechten aus der gesamten selbsternannten Volksrepublik Donezk berichtet, so ein Korrespondent der RIA Novosti.

    In den zwölf Tagen seit der Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko haben sich die Kämpfe im Gebiet Donezk auf die ganze Region ausgedehnt. Während vorher nur das nördlich gelegene Slawjansk ein Gefahrenherd gewesen war, wird jetzt von Gefechten aus der gesamten selbsternannten Volksrepublik Donezk berichtet, so ein Korrespondent der RIA Novosti.

    Ostfront

    In den vergangenen Tagen berichteten die Medien immer häufiger über die östlich gelegene Stadt Sneschnoje und deren Vororte Tores und Amwrossijewka. Sneschnoje befindet sich an der Grenze zum Gebiet Lugansk und ist nicht weit entfernt von der Grenze zu Russland. Die Aufständischen der Volksrepublik Donezk wollen die Kontrolle über diese Ortschaften übernehmen. Die Nationalgarde, die Armee und der ukrainische Grenzschutz wollen dies verhindern.

    Sneschnoje hat sich wegen seiner strategischen Lage zu einem wichtigen Sammelpunkt der Aufständischen verwandelt. Im nahe gelegenen Amwrossijewka befinden sich hingegen vor allem Einheiten der Nationalgarde.

    Es kommt ständig zu Zusammenstößen, auch „Grad“-Mehrfachraketenwerfer werden eingesetzt. Vor einigen Tagen gaben die ukrainischen Sicherheitsbehörden die Tötung von 150 Aufständischen bekannt. Die Aufständischen weisen diese Informationen zurück. Ihnen zufolge wurde eine Gruppe von Luftlandesoldaten gefangen genommen. Eine weitere Episode der Zusammenstöße war ein unerwarteter Artilleriebeschuss der Stadt Amwrossijewka am Sonntag. Bei dem Beschuss wurden rund 40 Wohnhäuser beschädigt, drei Geschäfte brannten aus. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Die Konfliktseiten schieben sich gegenseitig die Verantwortung für diese blutige Tat zu.

    Der Beschuss von Amwrossijewka ist der erste Bombenangriff auf eine Ortschaft nach Slawjansk und Kramatorsk.

    Südfront

    Der Süden des Gebietes Donezk war immer problematisch für die Führung der Volksrepublik Donezk. Ihre Positionen sind hier schwach vertreten. Doch in Mariupol, einer wichtigen Hafenstadt im Süden des Donezk-Beckens, gab es immer einen „Standort“.

    Die Nationalgarde unternahm Anfang Juni einen weiteren Versuch, Mariupol von den Aufständischen zu befreien. Nach den Straßenkämpfen verkündete sie, dass Mariupol jetzt von Kiew kontrolliert werde. Auf dem Gebäude der Stadtverwaltung weht die ukrainische Flagge. Volksbürgermeister Alexander Fomenko wurde festgenommen. Der Kommandeur der Volkswehr, Andrej Borissow, wurde getötet. Wie es jedoch in der Volkswehr hieß, sind die Aufständischen immer noch in der Stadt. Mariupol ist die einzige Stadt im Donezk-Becken, in der sowohl die Nationalgarde als auch Kämpfer der Volksrepublik Donezk präsent sind. Andere Orte werden entweder von der einen oder von der anderen Seite kontrolliert.

    Zentrum

    Nach den blutigen Kämpfen um den Donezker Flughafen am 26. Mai beruhigte sich die Situation in der Stadt. Die ukrainischen Sicherheitskräfte kontrollieren nur das Flughafengebäude. Um den Flughafen sind weder Autos noch Menschen zu sehen. Das Territorium wird von Scharfschützen beschossen. Die Stadt selbst und die Zufahrten werden von den Aufständischen kontrolliert. Sie stellten Straßensperren auf und kontrollieren mehrere Verwaltungsgebäude, darunter die Eisenbahn-Leitstelle, die Nationalbank und die Verwaltung des Ministeriums für Einnahmen.

    Im benachbarten Gorlowka flog die ukrainische Armee mehrere Angriffe. Su-25-Kampfjets beschossen zunächst das kommunale Verwaltungsgebäude der Volkswehr und  anschließend eine Internatsschule, in der sich Aufständische verbarrikadiert hatten. Die Aufständischen antworteten mit Fliegerabwehr-Maschinengewehren.

    Nordfront

    Um Slawjansk gehen die Zusammenstöße zwischen den Aufständischen und der ukrainischen Armee und der Nationalgarde weiter. Die Stadt ist belagert. In der gesamten Umgebung der Stadt wird geschossen.

    Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben bislang keine großen Erfolge zu verzeichnen. Sie berichteten lediglich über die Einnahme der Stadt Krasny Liman (30 Kilometer nördlich von Slawjansk), in der sich jedoch nicht viele Aufständische aufgehalten hatten. Nach den Kämpfen um die Stadt wurden alle Einwohner, die unter dem Verdacht stehen, die Aufständischen zu unterstützen, festgenommen.

    Am Montag geriet auch Kramatorsk unter Artilleriefeuer. Sechs Menschen, vor allem Zivilisten, kamen ums Leben. Weitere 13 wurden verletzt.

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