19:09 05 Dezember 2019
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    Experten: Spionageskandal wird keine langfristigen Folgen haben

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    NSA: Neuer Spionagefall in Deutschland (24)
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    Russische Experten bewerten zwar die Reaktion der Bundesregierung auf den jüngsten Spionageskandal als „exemplarisch“ und „demonstrativ“, erwarten aber kaum langfristige Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

    Russische Experten bewerten zwar die Reaktion der Bundesregierung auf den jüngsten Spionageskandal als „exemplarisch“ und „demonstrativ“, erwarten aber kaum langfristige Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. 

    Nach Ansicht des russischen Politologen Fjodor Lukjanow war die Ausweisung eines ranghohen US-Vertreters aus Berlin „ein Ausdruck der Empörung Deutschlands darüber, dass der engste Verbündete Spionageaktivitäten auf seinem Territorium betreibt und Agenten anwirbt“.  „Dies ist eine recht wirkungsvolle Bekundung der Unzufriedenheit“, meinte Lukjanow, Vorsitzender des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, in einem Gespräch mit RIA Novosti. 

    Dies bedeute allerdings nicht, dass die Beziehungen zwischen Berlin und Washington nun „in den Abgrund stürzen“. „Ich denke, dass dies nicht möglich ist. Die Bande zwischen ihnen sind langjährig und fest. Ein Skandal oder sogar eine Serie von Skandalen würden diese nicht brechen können. Es müsste schon etwas absolut Grandioses geschehen, damit Deutschland den USA etwas wirklich seriös übel nimmt. Umso mehr, als Deutschland immer noch im Schatten der Ereignisse des 20. Jahrhunderts lebt.“ 

    Auch Wladislaw Below, Chef des Zentrums für Deutschland-Studien des Europa-Instituts der Russischen Wissenschaftsakademie, ist der Ansicht, dass sich der Skandal nicht auf den fundamentalen euroatlantischen Charakter  der Beziehungen zwischen Deutschland und den USA auswirken wird. „Die Beziehungen werden auf hohem Niveau bleiben“, sagte Below gegenüber RIA Novosti. Nach seiner Ansicht war „das Abhören von Frau Merkel“ der Höhepunkt des Skandals. „Sie und ihre Kollegen haben aber den Skandal abklingen lassen“, betonte der Experte. 

    Die Ausweisung eines ranghohen US-Repräsentanten aus der US-Botschaft sei „bloß Schaum, der die Weigerung Deutschlands maskieren soll, eine Verschlechterung der Beziehungen zuzulassen.“

    Zeichen für eine reale Verschlechterung der Beziehungen wären eine Aussetzung der Verhandlungen über die Freihandelszone oder eine Asylgewährung an Edward Snowden, meinte er. „Ich denke aber nicht, dass sich die Deutschen dazu entschließen würden.“

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