01:07 11 Dezember 2019
SNA Radio
    Das strategische Atom-U-Boot Alexander Newski der Borei-KlasseSewerodwinsk, Atom-U-Boot der Jassen-Klasse, Generation 4.

    Neue Schiffe: Russland rüstet zu See auf

    © Foto : Sevmash © Foto : Sevmash
    1 / 2
    Politik
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    0 200
    Abonnieren

    Russlands Marine begeht in diesem Jahr ihren Berufsfeiertag mit bedeutenden Ereignissen. In Dienst gestellt wurden das erste Mehrzweck-Atom-U-Boot „Sewerodwinsk“ und das zweite strategische Atom-U-Boot der Borej-Klasse „Alexander Newski“. Weitere U-Boote dieser Projekte wurden bereits auf Kiel gelegt.

    Russlands Marine begeht in diesem Jahr ihren Berufsfeiertag mit bedeutenden Ereignissen. In Dienst gestellt wurden das erste Mehrzweck-Atom-U-Boot „Sewerodwinsk“ und das zweite strategische Atom-U-Boot der Borej-Klasse „Alexander Newski“. Weitere U-Boote dieser Projekte wurden bereits auf Kiel gelegt.

    Das U-Boot des Projektes 636.3 „Noworossijsk“ und die Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ des Projektes 11356 für die Schwarzmeerflotte durchlaufen derzeit die Testphase. Das Minensuchboot „Alexander Obuchow“ ist vom Stapel gelaufen. Dass in diesem Jahr viele Schiffe und U-Boote in Dienst gestellt werden, ist auf die verstärkten Anstrengungen des Marine-Kommandos und der Schiffsbauholding OSK zurückzuführen. In den 1990er-Jahren durchlebten die russischen Seestreitkräfte jedoch schwere Zeiten. Trotz Geldmangels (manchmal mussten die Marinesoldaten sogar auf ihren Sold verzichten) gelang es dem Marine-Kommando, neue Schiffssysteme, Waffen und Militärtechnik zu finanzieren.

    Kein Geld für Präsenz in den Weltmeeren

    Wie knapp die Marine in den 1990er-Jahren bei Kasse war, verdeutlicht eine Äußerung des damaligen Oberbefehlshaber der russischen Kriegsflotte, Wladimir Kurojedow, dass die strategischen U-Boote im Konfliktfall die Raketen direkt vom Stützpunkt an der Küste abfeuern würden, ohne in See zu stechen. Damals hatte Russland lediglich ein strategisches U-Boot in den Weltmeeren präsent, die Nato hatte zehn bis elf U-Boote. Obwohl die Zahl der U-Boote ein Staats- und Militärgeheimnis ist, kann man heute davon ausgehen, dass deutlich mehr russische U-Boote in den Weltmeeren unterwegs sind. Trotz der finanziellen Notlage konnten in den 1990er-Jahren immerhin die Unterwasser-Raketenträger der Klasse „Borej“ und „Jassen“ auf Kiel gelegt werden – „Juri Dolgoruki“ (1996) und „Sewerodwinsk“ (1993). Auch die Projekte zum Bau von neuen Zerstörern, Fregatten, Korvetten, Minensuchbooten und neuen Raketenträgern wurden weitergeführt.

    „U-Boote-Ernte“

    Das Highlight für die Kriegsflotte im vergangenen Jahr war die Indienststellung des Führungs-U-Boots „Juri Dolgoruki“ (Projekt 955, Borej-Klasse). In diesem Jahr wurde das Mehrzweck-U-Boot „Sewerodwinsk“ (Projekt 885, Jassen-Klasse) der Marine übergeben. Die Marine und die Schiffsbauholding OSK werden diese U-Boote in Serie herstellen. Bis 2020 sollen jeweils acht U-Boote der „Borej“- und „Jassen“-Klasse gebaut werden.

    Drei U-Boote der Borej-Klasse sind bereits fertig – „Juri Dolgoruki“ und „Alexander Newski“ stehen bereits im Dienst. Das dritte, „Wladimir Monomach“, wird gerade getestet. Zum Jahresende soll es in Dienst gestellt werden. Alles wird vom Teststart der „Bulawa“-Rakete im Herbst abhängen. Zudem wurde mit dem Bau des U-Bootes „Knjas Wladimir“ begonnen. Am Sonntag soll das fünfte U-Boot dieser Serie – „Knjas Oleg“ auf Kiel gelegt werden. Das Führungs-U-Boot des Projektes 885 ist das U-Boot „Sewerodwinsk“. Im Bau befinden sich die U-Boote „Kasan“ und „Nowosbirsk“. Am Sonntag soll das U-Boot „Krasnojarsk“ auf Kiel gelegt werden. Das Projekt 885 (Jassen-Klasse) ist einzigartig für die russische U-Boot-Flotte. Es handelt sich um die ersten Mehrzweck-U-Boote, die Ziele sowohl im Meer als auch auf dem Land treffen können (bei einer Entfernung von bis zu 1500 Kilometern von der Küste). Die U-Boote sind mit Marschflugkörpern Oniks und Kalibr ausgerüstet.

    Krim-Angliederung und die Schwarzmeerflotte

    Auch für die Schwarzmeerflotte war dieses Jahr gespickt mit wichtigen Ereignissen. Einer der wichtigsten Stützpunkte befand sich in der Ukraine. Nach der Angliederung der Krim hat sich die Situation jedoch geändert. Der Handlungsspielraum bei der Aufrüstung der Schwarzmeerflotte mit neuen Schiffen und Waffen hat sich deutlich erweitert. Von Ende 2014 bis 2017 soll die Schwarzmeerflotte sechs neue Fregatten des Projektes 11356.1 und sechs Diesel-U-Boote des Projektes 636.3 bekommen. Der Bau des Marinestützpunktes in Noworossijsk wird fortgesetzt. Vor der Krim-Angliederung war er als Ergänzung zum Hauptstützpunkt  in Sewastopol gedacht. Nun werden neue Stützpunkte auf der Krim erörtert, die früher von den ukrainischen Seestreitkräften genutzt wurden. Es handelt sich unter anderem um einen Stützpunkt in Donuslaw nahe Jewpatorija.

    Was wird aus Mistral-Deal?

    Im Herbst wird eines der zwei in Frankreich bestellten Hubschrauberträger Mistral erwartet. Die Tests der „Wladiwostok“ haben bereits begonnen. Im Oktober soll das Schiff in St. Petersburg eintreffen, wo es in einer Werft mit russischen Waffen ausgerüstet wird. Auf dem Schiff werden auch Bordhubschrauber Ka-52K und Ka-27/31 stationiert. Der zweite Hubschrauberträger „Sewastopol“ soll 2015 an Russland ausgeliefert werden. Obwohl in Wladiwostok bereits die benötigte Infrastruktur für die zwei Hubschrauberträger gebaut wird, könnte die „Sewastopol“ ins Schwarze Meer verlegt werden. In Sowjetzeiten waren der Flugzeugträger „Moskwa“ und der Hubschrauberträger „Leningrad“ im Schwarzen Meer stationiert.

    Klare Perspektiven

    Die Zukunft der russischen Kriegsflotte hängt nicht nur von der Indienststellung von U-Booten und Hubschrauberträgern, sondern auch von der von Fregatten, Korvetten, Minensuchbooten und Zerstörern ab. Die Rüstungsindustrie hat mit dem Projekt zum Bau eines neuen Zerstörers begonnen. Das Schiff soll mit einer Atom-Energieanlage betrieben werden. Im Juni ist der Minensucher „Alexander Obuchow“ vom Stapel gelaufen. Laut Vizeverteidigungsminister Juri Borissow sollen bis 2050 knapp 30 Schiffe dieses Typs gebaut werden. Die ersten drei Schiffe sollen von 2016 bis 2018 der Marine übergeben werden. Nach Angaben der Führungsriege des Verteidigungsministeriums und der Marine wird auch der Bau eines Atom-Flugzeugträgers anvisiert, der den bislang einzigen russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ ersetzen soll. Neben den oben genannten Schiffen und U-Booten soll die Marine auch Korvetten des Projektes 20380, Fregatten des Projektes 22350 und dieselelektrische U-Boote der Lada-Klasse (Projekt 677) bekommen, die demnächst mit einer anaeroben (luftunabhängigen) Antriebsanlage ausgestattet werden sollen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)

    Zum Thema:

    Warum wurde der in Berlin ermordete Georgier trotz Moskaus Gesuchen nicht ausgeliefert? – Interview
    Angriff auf Normandie-Befriedung und eigenes LNG: Deutsche Wirtschaft rechnet mit US-Sanktionen ab
    „Mittelpunkt wird Deutschland sein“: USA planen größtes Manöver seit Kaltem Krieg – US-General