14:01 27 September 2016
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Neue Barrikaden auf dem Maidan Kiewer Stadtverwaltung wegen Unruhen evakuiert

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Nach den neuen Zusammenstößen auf dem Kiewer Protestplatz Maidan ist das Bürgermeisteramt der ukrainischen Hauptstadt aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Aktivisten bauen unterdessen neue Barrikaden.

Nach den neuen Zusammenstößen auf dem Kiewer Protestplatz Maidan ist das Bürgermeisteramt der ukrainischen Hauptstadt aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Aktivisten bauen unterdessen neue Barrikaden.

„Wir bekamen die Warnung, dass das Bürgermeisteramt wieder besetzt werden kann und dass auf der Straße wieder Barrikaden entstehen“, teilte die Sprecherin der Kiewer Stadtverwaltung Olessja Ostafijewa am Donnerstag dem ukrainischen Nachrichtenportal Vesti.ua. mit. Sie erinnerte daran, dass das Gebäude bereits während der Euro-Maidan-Proteste im Dezember von Demonstranten besetzt worden war. Deswegen habe das gesamte Personal nach der heutigen Warnung das Gebäude verlassen. „Wir nahmen alle unsere Sachen, Computer und andere Technik mit“, so die Sprecherin weiter. „Jetzt ist niemand mehr außer den Wächtern im Gebäude.“

Am Donnerstag hatten die Behörden versucht, den Maidan, auf dem noch immer Aktivisten campieren und Barrikaden stehen, mit Gewalt zu räumen. Die Aktivisten leisteten Widerstand. Bei Zusammenstößen wurden vier Polizisten verletzt. Wie ein Korrespondent der RIA Novosti vor Ort berichtet, bauen die Aktivisten rund um den Maidan bereits neue Barrikaden aus Autoreifen und Holzbalken. Redner auf der Bühne beschuldigen die Regierung eines „internen Umsturzes“ und rufen die Menschen zu einer Volksversammlung  am Donnerstagabend.

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Ruptly
Kiew: Maidan brennt wieder

Auf dem Kiewer Hauptplatz Maidan hatten von November bis Februar Anti-Regierungs-Proteste stattgefunden, die ab und zu in blutige Zusammenstöße ausarteten und im Februar mit einem Umsturz endeten. Die Opposition erklärte Präsident Viktor Janukowitsch für abgesetzt. Obwohl die von der Verfassung vorgeschriebene 75-Prozent-Mehrheit im Parlament nicht erreicht wurde, stellten Oppositionsparteien eine Übergangsregierung, die von den westlichen Staaten unverzüglich anerkannt wurde. Am 25. Mai 2014 hat die Ukraine den Milliardär Pjotr Poroschenko zum neuen Präsidenten gewählt. Dennoch leben auf dem Kiewer Hauptplatz noch immer viele Menschen, die sich als Euromaidan-Aktivisten bezeichnen.

Im Juli drohte Generalstaatsanwalt Jarema, die Camps dieser „Aktivisten“ mit Gewalt räumen zu lassen, sollten sie die besetzten Einrichtungen im Stadtkern nicht kurzfristig verlassen. Seinerseits forderte der Kiewer Staatsanwalt Sergej Juldaschew den Oberbürgermeister Vitali Klitschko und den Polizeichef Juri Moros auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die besetzten Verwaltungsgebäude und gesperrten Straßen im Zentrum von Kiew kurzfristig zu räumen. Tags darauf versicherte Außenminister Pawel Klimkin, dass der Maidan nicht gewaltsam geräumt werde.

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