21:23 10 Dezember 2016
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    Zwei fiktive Staaten greifen sich in Russland gegenseitig an

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    Im Rahmen eines russischen Großmanövers am Kaspischen Meer wird ein bewaffneter Konflikt zwischen zwei fiktiven Staaten simuliert. Diese Übungen lösten einen zum Teil sarkastischen verbalen Schlagabtausch zwischen Moskau und Washington aus.

    Im Rahmen eines russischen Großmanövers am Kaspischen Meer wird ein bewaffneter Konflikt zwischen zwei fiktiven Staaten simuliert. Diese Übungen lösten einen zum Teil sarkastischen verbalen Schlagabtausch zwischen Moskau und Washington aus.

    „Aktive Phase“ beginnt

    Die sogenannte aktive Phase der groß angelegten Luftwaffen- und Flugabwehrübungen hat am Mittwoch auf dem Truppenübungsplatz Aschuluk im russischen Gebiet Astrachan am Kaspischen Meer begonnen.

    Wie die zuständige Führungszentrale mitteilte, beinhaltet das Szenario einen militärischen Konflikt zwischen zwei fiktiven Staaten. Der erste davon heißt Murmania und liegt quasi innerhalb des russischen Militärbezirks West. Der zweite Staat Uralia liegt laut Szenario im russischen Militärbezirk Mitte.

    Am ersten Tag der aktiven Phase greifen Murmanias Truppen Uralia an. Am zweiten Tag sollen die Gegner die Rollen tauschen, hieß es. Dadurch sollen Offensive und Verteidigung abwechselnd geübt werden.

    Insgesamt sind rund 6.500 Soldaten an dem Großmanöver beteiligt. Rund 800 Militärfahrzeuge sowie mehr als 100 Kampfjets und Hubschrauber kommen dabei zum Einsatz. Es gibt sowohl simulierte als auch reale Raketenstarts. Unter anderem sollen S-300-Luftabwehrsysteme anfliegende Luftziele abschießen. Luftwaffenchef Viktor Bondarew koordiniert die Übungen vor Ort. Das Manöver geht voraussichtlich am 8. August zu Ende.

    Atlas für Psaki

    Das Manöver sorgte in der laufenden Woche für einen verbalen Schlagabtausch zwischen Moskau und Washington. Zunächst sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki, die USA seien tief besorgt über Russlands Pläne, groß angelegte Luftwaffenübungen im Grenzgebiet zu der Ukraine zu starten. Psaki brandmarkte das Manöver als „provokativ“.

    Im Gegenzug zeigte sich das russische Verteidigungsministerium darüber besorgt, dass Frau Psaki nicht einmal „elementare geografische Kenntnisse“ besitze. „Das Truppenübungsplatz Aschuluk im Gebiet Astrachan liegt nahezu 1.000 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt“, betonte ein russischer Militärsprecher.

    Er richtete an Psaki einen ironischen Ratschlag: „Wenn man solche Erklärungen vorbereitet, wäre es nützlich, nicht nur Meldungen aus Sozialen Netzwerken zu studieren, sondern auch offizielle Quellen berücksichtigen, wie etwa die Webseite des russischen Verteidigungsministeriums und den geografischen Atlas.“

    Am nächsten Tag meldete sich Psaki erneut zu Wort und sagte, jede russische Militärübung sei im Moment als provokativ zu betrachten – egal, in welcher Region sie stattfindet. Wenn man eine Waffenruhe in der Ukraine fordere, seien solche Übungen ein falsches Signal, hieß es.

    Russische Kampfflieger üben derzeit übrigens auch hinter dem Polarkreis. Wie Militärsprecher Jaroslaw Roschupkin am Mittwoch mitteilte, hoben Su-24M-Jagdbomber von einem Flugplatz auf der arktischen Inselgruppe Nowaja Semlja ab und nahmen Kurs auf die Kola-Halbinsel. Dort visierten sie den Truppenübungspatz Lumbowka an und trainierten für einen Bombenangriff. Acht Tonnen Munition wurden dabei insgesamt abgeworfen.

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