10:49 25 September 2016
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Kiew bittet EU und Nato um militärische Hilfe

US Army / Gertrud Zach
Politik
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Regelung der Krise in der Ukraine (2402)
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Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin hat die Europäische Union und die Nato um mehr Engagement im Konflikt im Osten des Landes aufgefordert. Sowohl militärische als auch politische Hilfe sei dringend notwendig, sagte er in einem Interview des Deutschlandfunks.

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin hat die Europäische Union und die Nato um mehr Engagement im Konflikt im Osten des Landes aufgefordert. Sowohl militärische als auch politische Hilfe sei dringend notwendig, sagte er in einem Interview des Deutschlandfunks.

Auf die Frage des Korrespondenten, ob er an die EU und die Nato um militärische Hilfe appelliere, antwortete Klimkin: „Ja, selbstverständlich. Wir brauchen militärische Hilfe. Denn wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren.“ Dabei versicherte er, „es geht um eine friedliche Lösung.“ Klimkin beschuldigte die gegen die ukrainische Armee kämpfenden Milizen, „einfach nicht aufhören und nicht aufgeben zu wollen“. „Sie treten nicht in Kontakt, sie wollen nicht sprechen. Es gibt eine territoriale Kontaktgruppe der Ukraine, Russlands und der OSZE, selbst dort ist es schon sehr schwierig, die Vertreter von Donezk und Lugansk in diese Kontakte mit einzubeziehen.“ Laut dem ukrainischen Außenminister braucht die Nato eine neue Strategie. „Man braucht in der Nato auch ein neues Verhältnis zur Ukraine. Man sollte der Ukraine mit neuen Mitteln helfen. Und selbstverständlich wird auch im Sinne der Ukraine der Nato-Gipfel in Newport ein wichtiges Ereignis sein.“

Klimkin würdigte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die ihm zufolge „unglaublich viel“ für eine Entschärfung des Ukraine-Konfliktes tut. „Deutschland und die Bundeskanzlerin machen einen sehr guten Job, aber wenn man die Position der Europäischen Union ansieht, dann wünsche ich mir, dass die Europäische Union in vielen Momenten entschlossener und konsequenter handelt.“

Die Gefechte zwischen Militär und bewaffneten Regierungsgegnern am Donezbecken dauern seit April an. Die damalige ukrainische Übergangsregierung hatte Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den Februar-Umsturz nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Westliche Staaten unterstützen den Militäreinsatz, der nach UN-Angaben bereits mehr als 2000 Zivilisten das Leben gekostet hat. So sagten die USA den ukrainischen Armee- und Sicherheitsstrukturen Hilfen von 33 Millionen Dollar zu. Deutschland stattete die ukrainischen Sondereinheiten mit Uniformen aus.

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