14:15 20 Januar 2018
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    Kein sofortiger Erfolg von Treffen Putin mit Poroschenko zu erwarten – Experte

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    Verhandlungen in Minsk (20)
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    Von dem für den Dienstag geplanten Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Pjotr Poroschenko, ist nach Ansicht des außenpolitischen Experten Fjodor Lukjanow kein sofortiger Erfolg zu erwarten.

    Von dem für den Dienstag geplanten Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Pjotr Poroschenko, ist nach Ansicht des außenpolitischen Experten Fjodor Lukjanow kein sofortiger Erfolg zu erwarten.

    „Die Lage an der Front ist ein wesentlicher Faktor, der sich auf die Verhandlungspositionen auswirkt“, sagte er in einem Interview für den Radiosender Kommersant FM. „Die Seiten werden den Krieg erst dann stoppen wollen, wenn sich zumindest das Schema eines politischen Deals abzeichnet. Europa, sprich Deutschland, ist heute auf eine Lösung eingestellt.“ 

    „Europa hat Angst vor der Perspektive einer nächsten Gaskrise und vor übermäßigen Ausgaben für die Rettung der Reste der ukrainischen Wirtschaft“, so Lukjanow, Chef des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Russlands. „Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier befassen sich fast ausschließlich mit der Ukraine. Dies ruft bei Polen und den baltischen Ländern einen wachsenden Verdacht hervor, die im Vorfeld des 75. Jahrestages des Molotow-Ribbentrop-Pakts an die unangenehmen historische Parallelen denken müssen.“

    „Dieser Verdacht ist aber gegenstandslos, von einem Komplott zwischen Moskau und Berlin kann heute keine Rede sein. Gewisse Gesetzmäßigkeiten hat aber die jetzige Kollision dennoch bestätigt. Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau bleiben ausschlaggebend, und zwar sowohl für die europäische Stabilität als auch für die Fähigkeit Russlands, ausgewogene Beziehungen mit Europa aufrechtzuerhalten – selbst in der jetzigen nicht gerade eindeutigen Situation, denn Deutschland hat die Ukraine-Krise durch eine aktive Unterstützung der Opposition in vieler Hinsicht stimuliert. Das muss man schätzen, denn die Ukraine-Krise hat die russischen Positionen in der Welt ins Wanken gebracht, man wird nach einem neuen Gleichgewicht suchen müssen“, so der Experte.

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