19:10 08 Dezember 2016
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    Kreml: Putins Zitat über „Einnahme Kiews“ aus dem Zusammenhang gerissen

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    Die Äußerung Wladimir Putins über eine „Einnahme“ der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zitiert wurde, ist aus dem Zusammenhang gerissen worden und hat einen ganz anderen Sinn gehabt, wie Juri Uschakow, Berater des russischen Präsidenten, am Dienstag sagte.

    Die Äußerung Wladimir Putins über eine „Einnahme“ der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zitiert wurde, ist aus dem Zusammenhang gerissen worden und hat einen ganz anderen Sinn gehabt, wie Juri Uschakow, Berater des russischen Präsidenten, am Dienstag sagte.

    Nach Angaben der italienischen Zeitung „La Repubblica“ soll Putin in einem Gespräch mit Barroso gesagt haben: "Wenn ich wollte, könnte ich in zwei Wochen Kiew einnehmen". Barroso habe beim EU-Gipfel über das Gespräch berichtet. Nach der Einschätzung des scheidenden Kommissionspräsidenten wollte der russische Staatschef mit dieser Aussage davor warnen, Russland mit neuen Sanktionen zu provozieren.

    „Das ist unkorrekt und geht über den Rahmen der diplomatischen Praxis hinaus. Das ist unwürdig für einen seriösen Politiker", kommentierte Kreml-Berater Uschakow Barrosos Worte. „Das Zitat wurde aus dem Zusammenhang gerissen und hatte einen ganz anderen Sinn gehabt.“

    In der Ost-Ukraine dauern seit April Gefechte zwischen Militär und bewaffneten Regierungsgegnern an. Die ukrainische Übergangsregierung hatte Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistisch geprägten Februar-Umsturz nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Kiew aber auch die USA und EU-Staaten werfen Moskau vor, die Regimegegner in den Protestregionen Donezk und Lugansk zu unterstützen beziehungsweise nicht genug für eine Deeskalation zu tun. Moskau weist jede Verwicklung in den Ukraine-Konflikt zurück und fordert von Kiew ein Ende des Militäreinsatzes, der nach UN-Angaben vom Angang August mehr als 2000 Zivilisten das Leben gekostet hat.

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