22:42 22 August 2017
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    Russisches Militär in Bucht von SewastopolТу-22М3

    Experten: Wie Russland auf der Krim aufrüsten sollte

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    Die Zukunftsentscheidung auf der Krim (420)
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    Um eine vollwertige Truppengruppierung auf der Krim zu erreichen, müssten dort Einheiten der Luft-, See- und Raketenstreitkräfte stationiert werden, finden von RIA Novosti befragte Experten.

    Um eine vollwertige Truppengruppierung auf der Krim zu erreichen, müssten dort Einheiten der Luft-, See- und Raketenstreitkräfte stationiert werden, finden von RIA Novosti befragte Experten.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu äußerte vor kurzem, dass Russland auf der Krim wegen der internationalen Militärübungen in der Ukraine eine „vollwertige und eigenständige Truppengruppierung“ brauche. Nato-Sprecherin Oana Lungescu sagte ihrerseits, ein Ausbau der russischen Militärpräsenz auf der Halbinsel würde weitere Spannungen provozieren und den Friedensprozess in der Ostukraine zum Scheitern bringen.

    Zusätzliche Luftabwehrkräfte

    Das Mitglied des Gesellschaftsrats beim russischen Verteidigungsministerium, Igor Korotschenko, ist der Ansicht, dass der Kreml seine Position bezüglich der Sicherheit der Krim kardinal ändern sollte. „Nach dem Krim-Beitritt zu Russland ist offensichtlich geworden, dass die Halbinsel absolut neue Sicherheitsstandards braucht, die durch die schwierige militärpolitische Situation bedingt sind“, betonte er.

    Für den Anfang sollten auf der Krim nach seiner Auffassung die alten Militärflugplätze reaktiviert werden. Dann könnten dort neue Frontbomber Su-34 und mittelschwere Bomber Tu-22M3 stationiert werden. Das Luftabwehrsystem auf der Halbinsel sollte ihm zufolge aus den neuesten Langstreckenraketen S-400 sowie Mittel- und Kurzstrecken-Luftabwehrraketen bestehen. Darüber hinaus bräuchte die Truppengruppierung auf der Krim zusätzliche Brigaden der Marineinfanterie. Um die Aktivitäten der Nato im Schwarzen Meer zu überwachen, sollten an der Küste mobile Raketenanlagen des Typs Bastion mit den Überschallraketen Jachont aufgestellt werden. „Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen könnten wir mit Sicherheit behaupten, dass der Status der Krim als Bestandteil Russlands in langfristiger Perspektive erhalten bleibt“, so Korotschenko.

    Vormachtstellung in der Luft

    Der wichtigste Faktor für die Sicherheit der Krim sei Russlands Überlegenheit in der Luft, so der Generaldirektor des Zentrums für strategische Schätzungen und Prognosen, Sergej Grinjajew. „In erster Linie sollte die russische Truppengruppierung auf der Krim den Anforderungen eines modernen Krieges entsprechen“, unterstrich er. „In der Theorie des modernen Krieges sind bekanntlich die Herrschaft in der Luft und eine aktive Verwendung von Luft- und Weltraum-Offensivmitteln kennzeichnend.“ Dadurch könnte ein Einsatz von Marschflugkörpern durch die Nato wie in Jugoslawien und im Irak verhindert werden, so der Experte. Zum Thema Luftabwehrkräfte sagte Grinjajew, dass auf der Krim  Raketensysteme großer (S-400 bzw. S-300), mittlerer (Buk und Tor) und kurzer (Panzyr) Reichweite stationiert werden sollten.

    Sicherheitsrat der Krim

    „Die Gefahren für Russlands Sicherheit sind komplex. Deshalb sollten auch unsere Gegenmaßnahmen komplex sein“, sagte der Präsident des internationalen Zentrums für geopolitische Analysen, Leonid Iwaschow. „Für den Anfang sollte über die Bildung eines Sicherheitsrats der Krim nachgedacht werden.“ Der Sicherheitsexperte findet, dass die Halbinsel „ein spezielles territoriales Verteidigungssystem“ brauche, dem auch ehemalige Militärs angehören. Das sei nötig, „damit nicht nur Soldaten (die Krim) schützen, sondern auch die Einwohner selbst auf der Hut bleiben und Provokationen verhindern können. Denn ein innerer Konflikt ist nicht auszuschließen, der von jemandem bezahlt und provoziert werden könnte“, warnte Iwaschow.

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