10:21 30 September 2016
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    Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski

    Ex-Yukos-Chef Chodorkowski nimmt russisches Präsidentenamt ins Visier

    © Sputnik/ Ramil Sitdikov
    Politik
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    Der einstige Ölmilliardär Michail Chodorkowski (51), der in Russland wegen Betrug und Steuerhinterziehung mehr als zehn Jahre im Gefängnis verbracht hat, hat sich einem Zeitungsbericht zufolge bereit erklärt, zum russischen Präsidenten zu werden.

    Der einstige Ölmilliardär Michail Chodorkowski (51), der in Russland wegen Betrug und Steuerhinterziehung mehr als zehn Jahre im Gefängnis verbracht hat, hat sich einem Zeitungsbericht zufolge bereit erklärt, zum russischen Präsidenten zu werden.

    „Ich wäre nicht daran interessiert, zum Präsidenten der Russischen Föderation zu werden, wenn mein Land sich normal entwickeln würde (…) Wenn es jedoch notwendig wäre, die Krise zu bewältigen und eine Verfassungsreform durchzuführen (…), wäre ich bereit, einen Teil dieser Arbeit zu übernehmen“, sagte der in der Schweiz lebende Chodorkowski, der wegen gültigen Steuernachforderungen eine Rückkehr nach Russland bislang ablehnt, am Samstag bei einem Paris-Besuch nach Angaben der Zeitung Le Monde.

    Russische Medien berichteten unter Verweis auf Rechtsexperten, dass Chodorkowski wegen seiner Gefängnisstrafe in den nächsten zehn Jahren nicht zum Präsidenten kandidieren dürfte.

    Michail Chodorkowski, einst Chef des Ölkonzerns Yukos und reichster Mann Russlands, hat wegen Diebstahl und Steuerhinterziehung zehn Jahre und zehn Monate im Gefängnis verbracht und wurde am 20. Dezember – rund acht Monate vor dem regulären Ablauf seiner Haftstrafe – von dem russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt. Noch am selben Tag wurde Chodorkowski aus seinem Straflager entlassen und flog mit einem vom deutschen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher organisierten Privatjet nach Berlin. Deutschland stellte dem Ex-Öl-Milliardär ein Jahresvisum aus. Ende März erhielt er zudem eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz.

    Im Yukos-Verfahren verurteilte das Gericht Chodorkowski zudem zur Nahzahlung von 17 Milliarden Rubel (aktuell ca. 355 Millionen Euro) Steuern. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg bewertete den Yukos-Prozess zwar als nicht politisch motiviert, bezeichnete jedoch die Steuernachforderungen gegen Chodorkowksi und dessen Geschäftspartner Platon Lebedew als unbegründet.

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