10:12 16 Dezember 2018
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    Gerhard Schröder ruft zu mehr Verständnis für Russland auf

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    Sanktionen gegen Russland (857)
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    Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der in Deutschland häufig für sein Verständnis für Russland kritisiert wird, hat sich am Mittwoch in der Begrüßungsrede bei einem Russlandtag in Rostock gegen Sanktionen ausgesprochen und zu mehr Dialogbereitschaft mit dem Land aufgerufen.

    Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der in Deutschland  häufig für sein Verständnis für Russland kritisiert wird, hat sich am Mittwoch in der Begrüßungsrede bei einem Russlandtag in Rostock gegen Sanktionen ausgesprochen und zu mehr Dialogbereitschaft mit dem Land aufgerufen.

    Veranstalter des deutsch-russischen Unternehmertreffens Russlandtag ist die Schweriner Landesregierung. Gemeldet dafür hatten sich mehr als 400 Teilnehmer.

    „Eine engere Anbindung Russlands an die Strukturen der Europäischen Union sollte in einer langfristigen Perspektive auch eine völkerrechtlich verbindliche Qualität besitzen“, sagte Schröder.

    „Ein Blick auf das deutsch-französische Verhältnis zeigt, dass Verständigung und Versöhnung möglich sind – auch wenn vor wenigen Jahrzehnten Gräben unüberwindbar erschienen.“  Gemeinsame Projekte „sind allemal besser, als ständig den Zeigefinger zu erheben und der anderen Seite ein vermeintlich falsches Geschichtsbild und einen falschen Wertekanon vorzuwerfen.“

    „Wir sollten Brücken zwischen unseren Völkern schlagen und Vertrauen schaffen. Dieses Vertrauen – die Währung in den internationalen Beziehungen – ist erschüttert. Das hat nicht nur mit den aktuellen Ereignissen zu tun, sondern das ist ein längerer Prozess, der nicht einseitig ist“, betonte er.

    Die Ukraine-Krise müsse auf diplomatischem Wege und unter Teilnahme von Politikern der EU, der Ukraine und Russlands beigelegt werden, sagte er weiter. Das Bemühen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier, „den Gesprächsfaden mit Moskau nicht abreißen zu lassen, ist sehr hoch einzuschätzen.“

    Die gegenseitigen Sanktionen schaden beiden Seiten immens, führte er aus. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Ereignisse der vergangenen Monate eine Schneise in die gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzbeziehungen geschlagen haben.“

    Auf den gegen ihn erhobenen Vorwurf eines „Russland-Verstehers“ sagte er: „Ich stehe dazu, dass ich Russland, seine Menschen und seine politische Führung verstehen will. Ich schäme mich dafür nicht, im Gegenteil: ich bin stolz darauf.“

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