05:26 28 September 2016
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Ukraine: Milizen bekennen sich zur nicht identifizierten Militärkolonne

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Die ostukrainischen Milizen haben sich zu der nicht identifizieren Militärkolonne bekannt, die von OSZE-Beobachtern am Samstag vor Donezk geortet worden war.

Die ostukrainischen Milizen haben sich zu der nicht identifizieren Militärkolonne bekannt, die von OSZE-Beobachtern am Samstag vor Donezk geortet worden war.

„Diese Kolonne gehört der Volkswehr“, sagte Eduard Bassurin, Vizekommandeur der Milizen der international nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“, am Sonntag RIA Novosti. Die Militärtechnik sei von einem anderen Frontabschnitt zur Verstärkung nach Donezk verlegt worden. Dies sei notwendig gewesen, weil das ukrainische Militär die Stadt weiter unter Artilleriebeschuss halte.

„Das ukrainische Militär setzt regelmäßig Brandmunition gegen Wohnviertel von Donezk ein. Wir sammeln die Bruchstücke und lassen sie begutachten, um dann der Weltgemeinschaft zu präsentieren“, teilte Bassurin mit. Allein in der Nacht zum Sonntag seien fünf Häuser durch Brandgeschosse zerstört worden. Zwei Milizen seien getötet, fünf Zivilisten und ein Volkswehrkämpfer seien verletzt worden. Laut Bassurin schießt die ukrainische Armee aus den Ortschaften Peski, Opytnoje und Awdejewka. Dabei setzt sie Mehrfachraketenwerfer, Mörser und Haubitzen ein. Die Milizen erwidern das Feuer.

Die Beobachter der Special Monitoring Mission (SMM) der OSZE hatten am Samstag im Raum Majekewka, 25 km nordöstlich von Donezk eine Richtung Westen fahrende Militärkolonne gesichtet, der Lkw und Tankwagen, aber auch Haubitzen ohne Kennzeichen gehörten.

Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine hatte im April begonnen. Die ukrainische Regierung schickte Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Februar-Umsturz in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei blutigen Gefechten zwischen Militär und Volksmilizen kamen laut UN-Angaben mehr als 4000 Zivilisten ums Leben. Hunderttausende Menschen sind nach Russland geflohen. Zudem gibt es mindestens 430.000 Binnenvertriebene und schwere Zerstörungen in Wohngebieten.

Am 5. September einigten sich die ukrainische Regierung und die Führungen der abtrünnigen Regionen bei Friedensgesprächen in Minsk auf einen Waffenstillstand, Gefangenenaustausch und weitere Schritte zu einer friedlichen Konfliktlösung. Die Waffenruhe wurde jedoch immer wieder gebrochen.

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