07:25 23 Februar 2018
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    Russischer Sender RT weist britischen Vorwurf als"Zensur pur" zurück

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    Politik
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    Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom wirft dem russischen Auslandssender RT vor, über die Ukraine-Krise voreingenommen zu berichten. Der Sender weist diese Kritik zurück: Nach Ansicht seiner Chefredakteurin Margarita Simonjan geht es um einen Versuch, die Redaktion unter Druck zu setzen.

    Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom wirft dem russischen Auslandssender RT vor, über die Ukraine-Krise voreingenommen zu berichten. Der Sender weist diese Kritik zurück: Nach Ansicht seiner Chefredakteurin Margarita Simonjan geht es um einen Versuch, die Redaktion unter Druck zu setzen.

    Simonjans Kommentar wurde auf der Webseite des Senders veröffentlicht. Im Hinblick auf die britische Kritik sagte die RT-Chefredakteurin: „Aus unserer Sicht will man uns mit solchen Vorwürfen dazu bewegen, unsere Redaktionspolitik zu ändern. Das ist ein Versuch, uns unter Druck zu setzen und zu beeinflussen. Sie bezeichnen unsere Berichterstattung über die Ukraine als voreingenommen und nicht ausgewogen. Doch ich kann jeden Tag und jede Stunde eine Vielzahl von Beispielen für Voreingenommenheit und mangelnde Ausgewogenheit in der BBC-Berichterstattung über die Ukraine finden. Diese Voreingenommenheit ist allerdings von einer anderen Art.“

    Simonjan sagte weiter: „Die britische Aufsichtsbehörde rügt also Sender, falls deren Position dem Standpunkt des britischen Staates widerspricht. Und falls es diesen Widerspruch nicht gibt, darf man sowohl voreingenommen als auch nicht ausgewogen berichten. Das ist ja Zensur pur.“

    Trotz dieses Drucks wolle der russische Auslandssender seine Redaktionspolitik nicht ändern: „Sie wollen, dass wir über einige Ereignisse so berichten, wie sie es für richtig halten. Wir werden das aber nicht tun. Wenn wir genauso berichten wie die BBC, wozu braucht man dann überhaupt unseren Sender?“

    „Wenn ich die meisten westlichen Sender sehe, bin ich auch empört über ihre Voreingenommenheit. Soll man sie nun in Russland abschalten, weil die Russen ihre Berichterstattung voreingenommen finden? Das ist ja lächerlich und hat mit Pressefreiheit nichts zu tun“, so Simonjan.

    „Stellen Sie sich vor, die russische Aufsichtsbehörde würde die BBC warnen und mit einer Abschaltung drohen, weil man die BBC-Berichterstattung für nicht ausgewogen hält. Das wäre ein riesiger Eklat mit viel Lärm weltweit. Wenn das aber mit uns passiert, geht das irgendwie, denn wir sind ein russischer Sender“, sagte sie.

    Die britische Medienaufsicht Ofcom hatte am 10. November einen Bericht veröffentlicht, der den Vorwurf der Voreingenommenheit gegen den russischen Sender enthält. Der Vorwurf betrifft die noch im März ausgestrahlten RT-Nachrichtensendungen über die Geschehnisse in der Ukraine.

    Timur Schafir, Sekretär des russischen Journalistenverbandes, sagte im russischen Ersten Fernsehen: „Technisch gesehen handelt die Aufsichtsbehörde Ofcom auf gesetzlicher Grundlage. Eine andere Frage ist aber, ob es in dieser Situation nicht um Doppelstandards geht.“

    Afshin Rattansi, RT-Moderator in London, kommentierte: „Seit RT aus seinem neuen Studio in Westminster für die britischen Zuschauer sendet, wurde offensichtlich, dass offizielle Medien in Großbritannien unseren Sender hassen. Es gab zahlreiche Artikel im ‚Guardian‘ und in weiteren Zeitungen, laut denen man unseren Sender schließen sollte.“

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