17:41 25 September 2016
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Министр обороны РФ Сергей Шойгу

Militärkooperation: Moskau und Peking verbünden sich gegen den Westen

© Sputnik/ Alexei Nikolsky
Politik
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Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei seinem Besuch in Peking den Ausbau der militärtechnischen Kooperation mit China vorangetrieben, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei seinem Besuch in Peking den Ausbau der militärtechnischen Kooperation mit China vorangetrieben, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

Experten zufolge gehen Russland und China nach der scharfen Kritik des Westens auf dem G20-Gipfel in Brisbane verstärkt auf Annäherungskurs. Wie die japanische Zeitung „The Diplomat“ berichtete, hatte US-Präsident Barack Obama während des G20-Gipfels China ein aggressives Vorgehen bei Territorialkonflikten um Seegebiete und Wirtschaftsmanipulationen vorgeworfen. Auch die Auseinandersetzungen zwischen Russland und mehreren G20-Ländern wegen der Ukraine-Krise würden bestehen bleiben, so die Zeitung. In Brisbane sprachen die USA, Japan und Australien über eine militärische Kooperation. Russland und China folgen offenbar ihrem Beispiel.

Bei seinem Peking-Besuch teilte Schoigu mit, dass der Ausbau der Beziehungen zu China eine Priorität für Moskau sei. Beide Länder würden gemeinsam gegen die Gefahr „bunter Revolutionen“ vorgehen. Im kommenden Jahr sollen gemeinsame Seemanöver im Pazifik und im Mittelmeer stattfinden. Laut Quellen der „Nesawissimaja Gaseta“ wurde in der Sitzung der russisch-chinesischen Regierungskommission in Peking zudem die militärtechnische Kooperation, insbesondere im Flugzeugbau, besprochen.

Darüber hinaus wurden Pläne zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion eines Langstrecken-Großraumflugzeugs und eines schweren Hubschraubers auf Basis des Mi-26 erörtert. Wie der Generaldirektor von Russian Helicopters, Alexander Michejew, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, mitteilte, hat das von ihm geleitete Unternehmen eine lange und erfolgreiche Kooperationsgeschichte mit China. Mit chinesischen Partnern werden gerade mehrere Großprojekte vorangetrieben. Dabei geht es um die Lieferung neuer Hubschrauber, deren Wartung und die gemeinsame Entwicklung eines schweren Helikopters.

Außerdem wurde über die Lieferung von russischen Su-35-Kampfjets an China verhandelt. Beide Seiten billigten das vor einer Woche bei der Luftfahrtmesse in Zhuhai unterzeichnete Abkommen zwischen der russischen Holding Rostech und der chinesischen Flugzeugbaukorporation AVIC über strategische Partnerschaft bei der Herstellung von Flugzeugen, Hubschraubern sowie Elektronikanlagen.

Der Handelsumsatz zwischen Russland und China stieg in den vergangenen 13 Jahren von acht auf 89,2 Milliarden US-Dollar. 2015 sollen es 100 Milliarden Dollar werden. Russland exportiert vor allem Rohstoffe (67,89 Prozent) nach China. Die Lieferungen von Waffen und Militärtechnik sind zwar nicht umfangreich (rund zehn Prozent des gesamten Exports nach China), aber wichtig für Moskau. China ist Russlands wichtigster Partner im Bereich der militärtechnischen Kooperation.

Wie der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Oleg Ostapenko, betonte, will China russische Raketenantriebe im eigenen Land produzieren. Diese Frage werde demnächst in der russischen Regierung besprochen, so Ostapenko. Zudem erwägt der Kreml den Verkauf von S-400-Flugabwehrsystemen an China.

Angesichts der Wirtschaftskrise und der antirussischen Sanktionen gibt es keine Alternative für die russisch-chinesische Zusammenarbeit. Beide Seiten profitieren von der Kooperation. Mit der gemeinsamen Entwicklung eines Großraumflugzeugs könnten die europäischen und US-Hersteller (Airbus und Boeing) vom Markt gedrängt werden. Als Reaktion auf die Aktivitäten der USA und ihrer Verbündeten im Asien-Pazifik-Raum erweitern Moskau und Peking ihre Militärpräsenz im Mittelmeer mit gemeinsamen Seemanövern im kommenden Jahr.

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