18:42 28 Januar 2020
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    "Der Spiegel": Keine reale Bedrohung für Nato durch Russland

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    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Eine „klassische militärische Aggression“ Russlands gegen einen Nato-Staat ist derzeit kaum zu erwarten, schreibt „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

    Eine „klassische militärische Aggression“ Russlands gegen einen Nato-Staat ist derzeit kaum zu erwarten, schreibt „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

    Weder gebe es entsprechende politische Absichten im Kreml noch erkennbare Vorbereitungen für eine Invasion in die Ukraine, verlautete aus diesen Kreisen. Mit den jetzt zusammengezogenen russischen Truppen an der ukrainischen Grenze sei nicht einmal die Besetzung von „Neurussland“ möglich.

    Die Pläne für eine Schnelle Nato-Eingreiftruppe (Very High Readiness Joint Task Force) können aller Wahrscheinlichkeit frühestens 2016 umgesetzt werden, heißt es in dem Artikel. Nach Absicht der Nato-Führung soll die Truppe aus bis zu 5000 Soldaten bestehen und innerhalb von zwei Tagen einsatzbereit sein.

    Bis dahin solle eine Art „Speerspitze light“ als Abschreckung gegenüber Russland dienen, so wollen es die Nato-Außenminister kommende Woche festlegen. Dabei handle es sich im Kern um die bereits bestehende „Nato Response Force“ (NRF). „Rund 5000 der NRF-Soldaten sollen jetzt die neue provisorische Speerspitze bilden“, so das Magazin.

    „Die Aufstellung der Eingreiftruppe mag politisch ein Symbol der Entschlossenheit der Allianz sein“, so ein Nato-General, „doch mit einem realen Einsatz rechnet niemand.“

    Die Kostenfrage, so der Beitrag weiter, bleibe dabei ungeklärt. Amerikaner und Kanadier sehen die Europäer, vor allem die größten Truppensteller Deutschland, Frankreich und Großbritannien, in der Verantwortung. „Will die Speerspitze innerhalb von fünf Tagen an jedem möglichen Einsatzort in Europa sein, müssen zusätzlich Truppentransporter angemietet werden und quasi rund um die Uhr bereitstehen. Das kostet, allein eine sogenannte Verlegeübung schlägt mit 25 Millionen Euro zu Buche.“

    In den Nato-Mitgliedsländern häufen sich inzwischen auch kritische Stimmen zur Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses, heißt es ferner. „Mal war von 1000 russischen Soldaten die Rede, welche die Rebellen in der Ostukraine im Kampf unterstützen. Dann erklärte der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Philip Breedlove, es sei nur knapp die Hälfte.“

    Der Beitrag verweist darauf, dass auch die Wortwahl oft ungenau sei. „Anfang vorvergangener Woche sprach Breedlove etwa von ‚Spezialeinheiten und regulären Einheiten der russischen Armee‘ in der Ukraine; wenige Tage später präzisierte der US-General seine Aussage: Es handele sich ‚vor allem um Ausbilder und Berater‘, nicht um ‚Kampfverbände‘.“

    Auch die Nato-Erklärungen über „umfangreiche russische Luftaktivitäten“ in Europa  werden von Geheimdiensten der Mitgliedsstaaten kritisiert, so das Magazin. „Die Dienste beobachten zwar seit Jahren einen ‚kontinuierlichen Anstieg von Routineaktivitäten‘ – mehr jedoch nicht.“ Bisher sei der Luftraum der Nato nicht verletzt worden.    

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