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05:17 18 August 2019
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    Kampf um Gastransit: Kiew freut sich über South-Stream-Stopp

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    Bau der South-Stream-Pipeline (209)
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    Die Regierung in Kiew hat den Baustopp für die Gaspipeline South Stream, durch die russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine hätte strömen sollen, begrüßt. Obwohl der Stopp des milliardenschweren Projekts von Russland angekündigt wurde, lobt Kiew die Europäische Union dafür.

    Die Regierung in Kiew hat den Baustopp für die Gaspipeline South Stream, durch die russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine hätte strömen sollen, begrüßt.  Obwohl der Stopp des milliardenschweren Projekts von Russland angekündigt wurde, lobt Kiew die Europäische Union dafür.

    „Wir halten die Entscheidung der Europäischen Union, dieses Projekt aufzugeben, für logisch und abgewogen“, sagte der ukrainische Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis. „Die Ukraine hat immer wieder erklärt, dass sie ein zuverlässiges Transitland für Energielieferungen sei. Wir haben das mehrmals bewiesen und bestätigen das auch bei unseren jetzigen Verhandlungen mit der Europäischen Union und Russland. Wir haben die Absicht, alle unsere Verpflichtungen zum Energietransit nach Europa zu erfüllen.“

    Der Stopp des South-Stream-Projekts werde die Abhängigkeit der EU vom russischen Erdgas verringern, urteilte Perebijnis weiter. „Das Scheitern von South Stream ist ein Anzeichen einer Erholung Europas von der russischen Gasabhängigkeit.“ Zuvor hatte der Vizepräsident der US-Handelskammer Gary Litman versichert, dass die europäischen Gasverbraucher wegen dem South-Stream-Stopp nicht zu Schaden kommen würden.

    Die Ukraine, durch die das Gros der russischen Gasexporte in die EU geht, stemmt sich gegen die Direktpipelines, denn diese konkurrieren mit den ukrainischen Rohrleitungen, für die Kiew Transitgebühren kassiert. Ukrainische Gasschulden verursachten bereits mehrmals Lieferengpässe in Europa. So kam es zum Jahreswechsel 2008/2009 zu einem mehr als zwei Wochen langen Lieferstopp für europäische Verbraucher, weil die Ukraine das Transitgas für den Eigenbedarf stahl.

    Mittleiweile strömen rund 50 Prozent des Erdgases, das die EU von Russland kauft, durch die Ukraine. Um die Abhängigkeit von dem instabilen Transitland zu verringern, hat Gazprom gemeinsam mit westeuropäischen Partnern bereits die Ostsee-Pipeline Nord Stream direkt nach Deutschland gebaut und begann mit South Stream eine Direktleitung nach Südeuropa zu errichten. Die Pipeline hätte 2018 die Vollleistung erreichen sollen. Das South-Stream-Projekt stieß bei den USA auf Widerstand. Seit Monaten blockiert auch die EU-Kommission das Projekt.

    Am gestrigen Montag kündigte der russische Präsident Wladimir Putin bei seinem Türkei-Besuch an, dass Russland den Bau der South-Stream-Pipeline wegen des Widerstandes der EU stoppe. Stattdessen sollen eine neue Pipeline in die Türkei sowie ein Gashub an der Grenze der Türkei und zu Griechenland für die Versorgung Südeuropas gebaut werden.

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