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07:00 16 Juli 2019
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    Russische Getreideexporteure: Ausfuhrstopp besser als Ausfuhrzölle

    © Sputnik / Sergey Venyavski
    Politik
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    Ein zeitweiliger Ausfuhrstopp für Getreide aus Russland wäre unter den gegenwärtigen Bedingungen besser als die Einführung von Exportzöllen. Zu diesem Schluss gelangten Experten der Nationalen Vereinigung der Exporteure von Agrarerzeugnissen Russlands, wie die Organisation am Montag in Moskau mitteilte.

    Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch hatte am Montag gesagt, dass das Kabinett binnen 24 Stunden Vorschläge zur Einführung von Exportzöllen auf Getreide vorlegen wird. Diese Erklärung wurde vor dem Hintergrund steigender Getreideausfuhren aus Russland wegen der anhaltenden Rubel-Schwäche abgegeben. Der wachsende Export könnte eine Reduzierung der für die eigenen Belange bestimmten Reserven zur Folge haben und Risiken für die Lebensmittelsicherheit Russlands herbeiführen, hieß es in Moskau.

    Experten der Vereinigung sind der Ansicht, dass eine Einmischung der Regierung auf dem Getreidemarkt aus der Notwendigkeit resultiert, dessen Gleichgewicht wiederherzustellen und die Verkaufspreise für Getreide nach unten zu drücken. „Aber unter den gegenwärtigen Bedingungen wäre ein Ausfuhrstopp optimaler als Ausfuhrzölle.“

    Ihre Position erklärten Getreideexperten damit, dass ein Lieferstopp den Prinzipien der Welthandelsorganisation (WTO) voll und ganz entsprechen würde. „Der Markt würde unverzüglich reagieren, und das gewünschte Ziel würde binnen kürzester Zeit erreicht“, hieß es in einem Schreiben der Vereinigung an das Kabinett.

    „Ein Ausfuhrstopp für Getreide wäre für die Exporteure besser, weil es sich dabei um einen Umstand höherer Gewalt handeln würde“, sagte der Präsident des Russischen Verbandes der Getreideproduzenten, Arkadi Slotschewski. „Dadurch können eventuelle Vertragsstrafen vermieden werden. Derzeit sind etwas mehr als zwei Millionen Tonnen Getreide (von ausländischen Kunden) vertraglich gebunden“, sagte er.

    Wenn die Regierung doch noch Einfuhrzölle beschließen wird, sollten diese bis zum 1. März 2015 hinausgezögert werden. „Das würde es den Marktakteuren gestatten, sich der Arbeit unter neuen Konditionen besser anzupassen“, begründeten Experten ihre Position.

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