13:39 29 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 171
    Abonnieren

    Mehr als zwei Wochen nach dem neuen Waffenstillstandsabkommen wirft die von Kiew abtrünnige Volksrepublik Lugansk (LVR) der ukrainischen Armee vor, mit dem Abzug der schweren Waffen nicht einmal begonnen zu haben.

    „Kein einziger Fall von Abzug schwerer Artillerie und von Mehrfachraketenwerfern wurde registriert“, teilte ein Sprecher im Stab der LVR-Volkswehr mit. Seit der Vereinbarung vom 9. Dezember habe das ukrainische Militär lediglich seine Raketenwerfer BM-21 umgruppiert. Der Sprecher gab zu, dass das ukrainische Militär immer seltener die Artillerie einsetze. „In den vergangenen Wochen wurde überwiegend aus Panzern und Mörsern geschossen.“

    In der vergangenen Woche hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitgeteilt, dass die nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, die seit April der Regierungsarmee widerstehen, mit dem Abzug der schweren Waffen begonnen haben. Der ukrainische Generalstab ließ daraufhin wissen, dass das Militär seinen Waffenabzug erst bei vollständiger Feuereinstellung auf beiden Seiten starten würde. Die Milizen werfen dem Militär jedoch vor, entgegen der Waffenruhe ihre Stellungen immer wieder unter Beschuss zu nehmen.

    Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine war kurz nach dem Februar-Umsturz in Kiew ausgebrochen. Die neue ukrainische Regierung schickte im April Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Umsturz nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Volksmilizen sind laut UN-Angaben bislang mehr als 4700 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Am 5. September einigten sich die ukrainische Regierung und die Führungen der abtrünnigen Regionen bei Friedensgesprächen in Minsk unter Vermittlung Russlands auf einen Waffenstillstand, Gefangenenaustausch und weitere Schritte zu einer friedlichen Konfliktlösung. Die Waffenruhe wurde jedoch immer wieder von beiden Seiten gebrochen.  Insbesondere nach den Wahlen in den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk, die Kiew nicht anerkannt hat, wurden die Kämpfe intensiviert. Am 9. Dezember wurde erneut ein Waffenstillstand vereinbart.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Türkei bereit, Aserbaidschan auf Kampffeld zu unterstützen – Außenminister
    Armeniens Premier ruft Merkel auf, Politik der Türkei in Region zu „zügeln“
    Im Falle türkischer Einmischung: Armenien verspricht „Iskander“-Raketen einzusetzen
    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Tags:
    Lugansk, Donezk, Ukraine