14:21 19 September 2020
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    Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt (299)
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    Mehr als fünf Monate nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine gibt der Chef der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“, Alexander Sachartschenko, der ukrainischen Luftwaffe die Schuld. Er habe es mit eigenen Augen gesehen, wie ukrainische Kampfjets den Flug MH17 vom Himmel holten.

    Es seien ukrainische Kampfjets gewesen, die die Boeing abgeschossen haben, sagte Sachartschenko am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Donezk. Dutzende Zeugen hätten das beobachtet, darunter auch er selbst. „Ich habe gesehen, wie das war. Es waren zwei Flugzeuge und die Boeing. Dann waren die beiden Flugzeuge weg und die Boeing stürzte ab“, sagte Sachartschenko. Er sei zu dem Zeitpunkt der Katastrophe im Raum Schachtersk unterwegs gewesen. Dutzende weitere Menschen haben dasselbe beobachtet. „Ich habe sofort verstanden, dass ukrainische Flugzeuge die Maschine abgeschossen haben. Wir haben nämlich keine Luftwaffe“.

    Den Vorwurf der ukrainischen Politiker, hinter dem Abschuss stünden die Donezker Milizen, wies Sachartschenko kategorisch zurück. „Erstens sind wir keine wilden Tiere, sondern Menschen. Zweitens haben wir keine technischen Möglichkeiten dazu.“

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Bordnummer MH17 war am 17. Juli im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Schon wenige Stunden nach der Katastrophe beschuldigte die ukrainische Regierung die Milizen, das Flugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben. Dabei nannte ein Regierungssprecher sogar den genauen Typ der Rakete: Fla-System Buk. Die Milizen beteuerten, keine Raketen mit einer so großen Reichweite  zu haben, und gaben dem Militär die Schuld.

    Vier Tage nach dem Absturz veröffentlichte der russische Generalstab seine Radardaten. Demnach wurde ein ukrainischer Kampfjet kurz vor der Katastrophe unweit von der malaysischen Verkehrsmaschine geortet. Auch Augenzeugen wollten einen Kampfjet unweit der Boeing gesehen haben. In dieser Woche teilte ein ukrainischer Soldat, der am Tag der Katastrophe auf einem ukrainischen Luftwaffenstützpunkt diente, den russischen Ermittlungsbehörden mit, dass vermutlich ein ukrainisches Erdkampfflugzeug des Typs Su-25 im Spiel gewesen sei.

    Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Am 9. September veröffentlichten die Ermittler einen Zwischenbericht zu der Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer Vielzahl hochenergetischer Objekte" getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Der endgültige Bericht soll binnen eines Jahres nach dem Flugzeugabsturz veröffentlicht werden.

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    Boeing 777, Alexander Sachartschenko, Donezk