10:50 26 Juli 2017
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    Premierminister der Ukraine Arsenij Jazenjuk

    Jazenjuk: Russland bald kein relevanter Handelspartner für Ukraine mehr

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    Politik
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    Der ukrainische Premierminister Arsenij Jazenjuk rechnet damit, dass Russland, der seit Jahren wichtigste Wirtschaftspartner der Ukraine, schon demnächst aufhört, eine wesentliche Rolle im Außenhandel seines Landes zu spielen.

    „Der Handel mit Russland ist bereits im die Hälfte geschrumpft. Das ist eine nachhaltige Tendenz“, sagte Jazenjuk am Dienstag in Kiew. „Russland gehört de facto schon in der nächsten Zeit nicht mehr zu den Haupthandelspartnern der Ukraine.“

    Dagegen hatte der Vizechef des ukrainischen Schatzamtes,  Anatoli Makarenko, vor rund drei Wochen gesagt, dass Russland mit einem Anteil von 20 Prozent weiter der größte Handelspartner der Ukraine sei. Nach Angaben der Kiewer Regierung sind 2013 rund 23,8 Prozent der ukrainischen Exporte und 30,2 Prozent der Importe auf Russland entfallen.

    Am 27. Juni 2014 unterzeichnete die Ukraine den wirtschaftlichen Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU, der den Wegfall der Zölle im Handel mit den EU-Ländern vorsieht. Um zu verhindern, dass europäische Waren unkontrolliert und unverzollt auf den Markt der Zollunion von Russland, Weißrussland und Kasachstan gelangen, drohten diese Staaten, ihren Handel mit der Ukraine auf das Meistbegünstigungsprinzip umzustellen. Bislang wird der Handel im Freihandelsabkommen der GUS geregelt und ist weitgehend zollfrei.

    Bei dreiseitigen Gesprächen einigten sich die Ukraine, die EU und Russland am 12. September darauf, dass der Wegfall der Zölle für europäische Waren auf dem ukrainischen Markt bis zum 31. Dezember 2015 ausgesetzt wird. Nach dem Februar-Umsturz in Kiew kämpft die Ukraine gegen einen Staatsbankrott. Trotz milliardenhoher Finanzspritzen von der EU und vom IWF sieht Premierminister Jazenjuk sein finanziell angeschlagenes Land auch im nächsten Jahr weiter vor der Aufgabe des Überlebens.

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    Tags:
    Arsseni Jazenjuk, Russland, Ukraine
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