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10:41 19 September 2019
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    Euro ab 1. Januar auch in Litauen – Aussichten und Risiken

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    Politik
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    Am 1. Januar wird Litauen zum 19. Mitgliedsland der Währungsunion. Der Sprung in die Eurozone ist dem baltischen Staat erst im zweiten Anlauf gelungen: 2007 scheiterte Vilnius wegen einer leicht überhöhten Inflation daran.

    „Die Situation ist jetzt deutlich besser“, äußerte Claus-Friedrich Laaser vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel in einem Gespräch mit Sputnik. „Die europäischen Institutionen einschließlich der europäischen Zentralbank haben im Sommer eindeutig festgehalten, dass die Konvergenzkriterien erfüllt sind. Wir haben in der Tat eine niedrige Inflation. Beim harmonisierten Verbraucherpreisindex sind wir aktuell sogar unter der Ein-Prozent-Marke. Das Staatsdefizit ist erträglich. Der Schuldenstand liegt bei 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und wird 2014 zwar etwas höher sein, bleibt aber im Vergleich zu anderen Ländern immer noch niedrig“. 

    Das Preisniveau und das Pro-Kopf-Einkommen sind in Litauen niedriger als im übrigen Euroraum. Muss man mit einer höheren Preissteigerung rechnen, als im gesamten Währungsraum? 

    „Das Gleiche wurde gesagt, bevor die Slowakei dem Euroraum beigetreten ist“, erinnert sich Borek Severa, Projekt-Direktor von der Friedrich-Naumann-Stiftung. „Das Gleiche wurde vor zwei Jahren gesagt, bevor Estland beigetreten ist. Die hatten auch Angst gehabt, dass die Rentner verhungern.“

    „Es wird sicherlich nicht billiger werden“, so Severa. „Das liegt unter anderem auch daran, dass der Handel solche Umstellungen ausnutzt, um das Preisniveau etwas anzuheben. Aber ich sehe keinen Inflationsschub, der den Lebensstandard der Bevölkerung rapide absenkt.“

    „Die Politik in Litauen ist in den vergangenen Jahren nach der Weltwirtschaftskrise sehr stark auf Konsolidierung und Stabilität ausgerichtet gewesen“, fügt Laaser hinzu. „Und dann gibt es da noch einen Effekt. Wenn es zu einem Preisauftrieb kommt, ist es wichtig, woher die Preissteigerung kommt. Wenn es in der Produktion von Exportgütern eine Produktivitätssteigerung gibt, können dort höhere Löhne gezahlt werden. Das wären Preissteigerungen, die sich irgendwann bemerkbar machen. Außerdem sollen die baltischen Staaten im Pro-Kopf-Einkommen gegenüber der Kern-EU deutlich aufholen.“

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    Tags:
    Euro, Litauen