06:14 17 Juli 2018
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    Waffenruhe in Donezk

    Ukraine: Militär und Milizen werfen sich Bruch der Waffenruhe vor

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    Trotz der vereinbarten Waffenruhe wird in der Ost-Ukraine weiter geschossen. Das Militär und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, das Waffenstillstandsabkommen vom 9. Dezember zu verletzen.

    In der Nacht zum Samstag hätten die Milizen acht Mal das Feuer eröffnet, berichtete das Pressezentrum der ukrainischen Militäroperation auf Facebook. So sei ein Terminal des Donezker Flughafens sowie die Umgebung der Ortschaften Tschermalyk (65 km südlich von Donezk) und Olchowatka (30 km nordöstlich von Donezk) aus Mörsern und Artillerie beschossen worden.

    Der stellvertretende Volkswehr-Kommandeur der nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“, Eduard Bassurin, teilte seinerseits mit, dass die ukrainische Armee in der Nacht zehn Mal die Waffenruhe gebrochen habe. „Unsere Stellungen am Donezker Flughaben und nördlich von Donezk wurden beschossen.“ Auch habe das Militär die Ortschaften Gorlowka (20 km nördlich von Donezk) und Kirowskoje (25 km nordöstlich von Donezk) angegriffen. Ob es Verletzte gegeben habe, sei noch unbekannt. Am Freitag hatte das Kiew-treue Militär nach Angaben der Volkswehr mindestens 20 Mal das Feuer im Donezbecken eröffnet und zwei Zivilisten sowie einen Volkswehrkämpfer getötet.

    Laut Bassurin lässt die Intensität der Angriffe jedoch allmählich nach. „Wurde die Waffenruhe vor dem Jahreswechsel täglich bis zu 25 Mal gebrochen, gibt es seit dem 31. Dezember immer weniger solche Fälle.“

    Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine war kurz nach dem Februar-Umsturz in Kiew ausgebrochen. Nach der Entmachtung von Präsident Viktor Janukowitsch schickte die neue Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Volksmilizen sind laut UN-Angaben bislang mehr als 4700 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Ополченцы Луганской народной республики на первой линии обороны в Славяносербском районе неподалеку от Луганска
    © Sputnik / Valery Melnikov

    Am 5. September einigten sich die ukrainische Regierung und die Führungen der abtrünnigen Regionen bei Friedensgesprächen in Minsk unter Vermittlung Russlands auf einen Waffenstillstand, Gefangenenaustausch und weitere Schritte zu einer friedlichen Konfliktlösung. Die Waffenruhe wurde jedoch immer wieder von beiden Seiten gebrochen. Insbesondere nach den Wahlen in den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk, die Kiew nicht anerkannt hat, wurden die Kämpfe intensiviert. Ab dem 9. Dezember wurde erneut ein Waffenstillstand vereinbart.

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