22:49 27 September 2020
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    Vaclav Klaus hat den Westen vor einer Destabilisierung Russlands gewarnt. Die jetzige Krise sieht der tschechische Ex-Präsident als den größten geopolitischen Umbruch seit 25 Jahren und als einen Rückfall in den Kalten Krieg an.

    „Der Westen und Amerika, aber auch einige unsere „Revolutionäre“ sind dumm, wenn sie denken, dass es in unserem Interesse ist, Russland zu destabilisieren und dort Chaos zu stiften“, sagte Klaus dem Fernsehsender Prima. „Es reicht, dass die Ukraine destabilisiert worden ist.“

    Die Ukraine bezeichnete Klaus als eines der am wenigsten erfolgreichen postkommunistischen Länder: Der ukrainische Staat funktioniere nicht, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sei noch immer auf dem Stand, auf dem es vor 25 Jahren gewesen sei, das Land sei ethnisch gespalten.

    Den militärischen Konflikt in der Ostukraine sähe er nicht als einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland, sagte Klaus weiter. Im Donbass „kämpft ein Teil der Ukraine gegen den anderen.“ Darin stimme er mit dem jetzigen tschechischen Staatschef Milos Zeman überein, der die Ereignisse in der Ukraine als einen Bürgerkrieg bezeichnet hatte.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich nach dem Februar-Umsturz in der Ukraine dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die im März eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte.

    Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und — auf ihr Drängen hin — die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln. Der Ölpreisverfall und die Sanktionen verursachten Wirtschaftsprobleme in Russland. Präsident Wladimir Putin rechnet damit, dass die Krise höchstens zwei Jahre andauert.

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    Tags:
    Vaclav Klaus, Russland