12:10 24 Oktober 2020
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    Die Weigerung Berlins, zur Erklärung des ukrainischen Premiers Arseni Jazenjuk über eine „Invasion der UdSSR in Deutschland und die Ukraine“ Stellung zu nehmen, lässt nach Ansicht des russischen Außenpolitikers Alexej Puschkow den Verdacht zu, dass Deutschland seine offizielle Haltung zum Zweiten Weltkrieg zu revidieren bereit ist.

    Zuvor hatte Moskau eine offizielle Stellungnahme Berlins zu Jazenjuks Worten erfragt, der während seines jüngsten Deutschland-Besuchs sagte: „Wir erinnern uns alle sehr gut an die sowjetische Invasion in die Ukraine und in Deutschland.“

    „Diese Äußerung hätte meines Erachtens eine Reaktion der deutschen Behörden hervorrufen müssen“, so Puschkow in einem am Montag in der Zeitung „Iswestija“ veröffentlichten Interview. „Sie hätten zu verstehen geben müssen, dass sie mit einer solchen Äußerung nicht einverstanden sind. Die Weigerung, das zu tun, lässt den Verdacht zu, dass Deutschland bereit ist, seine offizielle Position zum Zweiten Weltkrieg zu revidieren.“ 

    Laut Puschkow, Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma (Unterhaus), besteht der offizielle Standpunkt Deutschlands darin, dass das Handeln der Anti-Hitler-Koalition völlig legitim war und dass der Hitlerismus ein Feind von Deutschland selbst war sowie dass Europa und Deutschland als Folge des Krieges von Hitlerismus und Faschismus befreit wurden. 

    „Nun sehen wir aber ein deutliches Abrücken von der offiziellen Position“, betonte der Außenpolitiker. 

    Deutschland hatte am 1. September 1939 einen Feldzug gegen Polen gestartet, was den Beginn des Zweiten Weltkriegs bedeutete. 

    Am 17. September 1939 marschierten Sowjettruppen in die Westukraine und West-Weißrussland ein – diese Territorien waren Polen im Ergebnis des sowjetisch-polnischen Krieges 1919 – 1921 zugeschlagen worden. 

    Die Sowjetregierung erklärte damals, dass sie das Leben und den Besitz der Bevölkerung der Westukraine und West-Weißrusslands angesichts des Zerfalls Polens in Schutz nimmt. Die polnische Nachkriegsregierung bestätigte in einem Vertrag mit der UdSSR aus dem Jahre 1945 ihre Zustimmung zu den Nachkriegsgrenzen.

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    Alexej Puschkow, Arsseni Jazenjuk