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07:48 12 November 2019
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    Neues Militärgerät für Arktis: „Betrieb bei minus 65 Grad“

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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Sanierte Flugplätze, modernere Luftabwehrsysteme, effizientere Fahrzeuge und neue kältebeständige Uniform für die Soldaten – Russland modernisiert schnell seine militärische Infrastruktur in der Arktis.

    Im Frühjahr soll der Aufbau der militärischen Infrastruktur auf der Wrangelinsel zwischen der Ostsibirischen und der Tschuktschensee fortgesetzt werden. Insbesondere ist es geplant, den dortigen Flugplatz aus der Sowjetzeit zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Das teilte am Mittwoch der russische Militärbezirk Ost mit. 

    Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow in der laufenden Woche ankündigte, will Russland vor Jahresende insgesamt zehn militärische Flugplätze in der arktischen Zone wiederaufbauen. Derzeit stehen vier solche Flugplätze zur Verfügung.

    Laut Bulgakow sollen russische Soldaten in der Arktis neue spezialisierte Uniform bekommen, die in der Lage ist, Temperaturen bis auf minus 57 Grad zu überstehen: „Außerdem haben wir gemeinsam mit unserer militär-medizinischen Akademie arktische Verpflegungsnormen für die Soldaten entwickelt.“

    Die russische Nordflotte erhielt unterdessen modernste Luftabwehrsysteme des Typs S-400. Die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ zitierte am Mittwoch Marinesprecher Wadim Serga mit den Worten: „Zunächst sollen Soldaten der zuständigen Flugabwehr-Division Schießübungen im südrussischen Gebiet Astrachan absolvieren. Das geschieht voraussichtlich im Sommer. Nach ihrer Rückkehr in den Norden nehmen sie dann unmittelbar ihren Dienst in den zugeteilten Verantwortungsgebieten auf.“

    Neue eigens für die Arktis entwickelte Fahrzeuge wurden soeben von Experten des Verteidigungsministeriums und der Rüstungsindustrie im nordwestrussischen Gebiet Murmansk getestet. Solche Tests fanden erstmals seit dem Zerfall der Sowjetunion hinter dem Polarkreis statt, wie die Tageszeitung „Iswestija“ berichtete.

    Wie es hieß, wurden die Ziele des Testprogramms generell erreicht. Manche Fahrzeuge wie etwa die leichten Gleisketten-Transporter GAZ-3344-20 und DT-3PM müssen allerdings zurück in ihre Produktionswerke, um sicherer und effizienter gemacht zu werden.

    „Es geht um die Fähigkeit, Gewässer bei Bedarf zu überqueren, lange Märsche trotz Schnee- und Eishügeln zu absolvieren (…) Die arktischen Anforderungen beinhalten einen ständigen Betrieb bei 65 Grad Kälte“, erläuterte der Militärexperte Viktor Murachowski.

    Dass die Gebiete hinter dem Polarkreis stärker ins Visier genommen werden, bestätigte in der laufenden Woche auch Generalstabschef Walerij Gerassimow: „Im Jahr 2015 zielen die Bemühungen des Verteidigungsministeriums vor allem darauf ab, die Kampfmöglichkeiten der Streitkräfte zu erhöhen (…) Den Truppen auf der Krim, im Gebiet Kaliningrad sowie in der Arktis wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.“

    Im April 2014 hatte Präsident Wladimir Putin gefordert, die russische Staatsgrenze im Hohen Norden sicherer zu bewachen und umfassende Maßnahmen für diese Zwecke zu treffen. Neben Flugplätzen sollen auch Marinestützpunkte dort modernisiert werden.

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    DT-3PM, GAZ-3344-20, S-400, Valeri Gerassimow, Wladimir Putin, Viktor Murachowski, Wadim Serga, Dmitri Bulgakow, Russland, Wrangelinsel, Arktis