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19:37 17 Oktober 2019
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    Barack Obama

    Echo auf Obamas Rede: „Russland ist Gegengewicht zu Amerika“

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    Sanktionen gegen Russland (857)
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    Die US-Führung will sich nicht damit abfinden, dass Moskau geopolitisch stärker wird. Zwar hat Russland wirtschaftliche Probleme, doch die westlichen Sanktionen haben damit nur wenig zu tun - so kommentieren russische Experten Barack Obamas Rede zur Lage der Nation.

    „Das gefällt den USA nicht“

    Franz Klinzewitsch, Mitglied des Duma-Ausschusses für Verteidigung, sagte am Mittwoch vor Journalisten: „Die Erklärung des US-Präsidenten, wonach Russland in Isolation sei und eine ruinierte Wirtschaft habe, gibt äußerst deutlich Aufschluss über die Bestrebungen der US-Regierungskreise. So möchten sie Russland sehen.“

    „Diese Erklärung kommt zu einem Zeitpunkt, wo Russland seinen Platz in der gegenwärtigen Welt gefunden hat. Russland nimmt seine Interessen als eurasische Macht wahr und hat es gelernt, sie zu verteidigen. Man muss endlich zugeben, dass unser Land dank seiner geopolitischen Lage ein Gegengewicht zum starken Amerika ausmacht – egal, ob das jemandem gefällt oder nicht“, so Klinzewitsch, der auch als stellvertretender Fraktionschef von „Geeintes Russland“ fungiert.  

    Es sei eigentlich nicht so wichtig, ob Russland sozialistisch oder kapitalistisch sei: „Jahrelang konnte unser Land seine Rolle als Gegengewicht nicht meistern – darauf resultierte eine monopolare Welt. Doch nun beginnt sich die Situation grundsätzlich zu ändern, was den USA natürlich nicht gefällt.“

    Nach Ansicht von Klinzewitsch wäre nur eine Antwort an Obama möglich: „Wir müssen unsere Probleme selbst meistern und noch stärker werden. Dies entspricht auch den langfristigen Interessen unserer Nachbarn im europäischen Haus.“

    Wer hat den schwersten Schlag erteilt?

    Alexej Arbatow, Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit an der Russischen Akademie der Wissenschaften, kommentierte:

    „Den schwersten Schlag gegen Russland hat nicht Obama erteilt, sondern die OPEC-Länder, die trotz der sinkenden Nachfrage ihre Ölförderung ausbauen und den Preisverfall dadurch weiter beschleunigen. Dies hatte seine Auswirkungen auf den Rubel-Kurs sowie auf Russlands Möglichkeiten im Export- und Importbereich.“

    Arbatow betonte, die Wirtschaftskrise in Russland habe noch vor dem Machtwechsel in der Ukraine begonnen. Es gebe deshalb keinen starken Zusammenhang zwischen den Aktivitäten des Westens und der wirtschaftlichen Talfahrt in Russland: „Die westlichen Sanktionen, die phasenweise eingeführt wurden, haben Russlands Lage allerdings erschwert – insbesondere in Sachen Finanzsanktionen.“

    Die Probleme der russischen Wirtschaft seien vor allem darauf zurückzuführen, dass eine  strukturelle Umgestaltung ausbleibe. Während der Jahre, als die Ölpreise hoch waren und Russland große Profite daraus zog, sei die Möglichkeit verfehlt worden, ein innovatives High-Tech-Wirtschaftsmodell durchzusetzen, hieß es.

    „Abgesehen von zahlreichen Deklarationen wurde nichts getan. Man kann also sagen, unsere Wirtschaft ist vor allem wegen unserer Wirtschaft zu Schaden gekommen“, schlussfolgerte der Experte.

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