06:01 20 Juni 2019
SNA Radio
    Der ukrainische Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis

    Kiew: Russland konzentriert Truppen an der Grenze

    © Foto : Ukrainian Foreign Ministry
    Politik
    Zum Kurzlink
    Entwicklung in Ostukraine (2318)
    0 1268

    Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, an der gemeinsamen Grenze mehr als 50.000 Soldaten sowie Kriegstechnik in Stellung gebracht zu haben.

    „Nach Angaben der zuständigen Behörden hat die Russische Föderation an der russisch-ukrainischen Staatsgrenze mehr als 50.000 Soldaten konzentriert und in Kampfbereitschaft versetzt“, erklärte der ukrainische Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis am Mittwoch. Darüber hinaus habe Russland Waffen und Militärtechnik in unmittelbarer Nähe vom ukrainischen Territorium aufgestellt.

    Die Ukraine habe am 20. Januar über die OSZE-Kanäle von der Russischen Föderation Erklärungen gefordert, so der ukrainische Außenamtssprecher weiter. Russland solle binnen 48 Stunden über den Zweck, den Raum und die Dauer „der besagten militärischen Aktivitäten“ aber auch über die Zusammensetzung und die zahlenmäßige Stärke der beteiligten Truppen aufklären.

    Der Kiewer Sicherheits- und Verteidigungsrat hatte am Montag berichtet, dass zwei „taktische Bataillonsgruppen“ der russischen Streitkräfte in die Ukraine einmarschiert seien. Russland wies die Behauptungen als „unsinnig“ zurück. Seit Beginn der ukrainischen Militäroperation in der östlichen Industrieregion Donbass haben ukrainische Offizielle und Medien mehrmals über einen russischen „Einmarsch“ in die Ukraine berichtet. Beweise dafür wurden nie vorgelegt. So erzählte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko im August dem britischen Premierminister David Cameron am Telefon über die Zerschlagung einer „russischen Militärkolonne“. Russland wies die Vorwürfe zurück. Kurz danach hieß es aus Kiew, dass auch der ukrainische Nachrichtendienst keine russische Kolonne entdeckt habe.

    Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine war im April, kurz nach dem Februar-Umsturz in Kiew ausgebrochen. Die neue ukrainische Regierung schickte Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten sind laut UN-Angaben mehr als 4800 Zivilisten ums Leben gekommen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Entwicklung in Ostukraine (2318)

    Zum Thema:

    OSZE: Keine russische Militärkolonne beim Überqueren ukrainischer Grenze gesichtet
    Tags:
    Uno, OSZE, David Cameron, Petro Poroschenko, Jewgeni Perebijnis, Lugansk, Donezk, Russland, Ukraine