21:10 19 Juni 2019
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    Flüchtlinge protestieren am Brandenburger Tor

    Migrationsexperte: Zuwanderer tragen zur Finanzierung der Renten bei

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    Politik
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    Der aktuelle Migrationsbericht nimmt Islam-Gegnern den Wind aus den Segeln, da die Mehrzahl der Zuwanderer katholischen Glaubens ist. Zudem helfen die Zuwanderer der deutschen Wirtschaft, erklärt Migrationsforscher Herbert Brückner.

    Der Migrationsbericht 2013 der Bundesregierung hält nicht nur für die Anti-Islam-Bewegung Pegida Überraschungen bereit. Demnach kommen etwa 75 Prozent der insgesamt 1,2 Millionen Zuwanderer aus den christlich geprägten Ländern Europas wie Polen, Rumänien und Italien. Zudem sind die meisten Einwanderer klassische Arbeitssuchende, denn sie sind meist jünger als 45 Jahre und kommen weitestgehend aus den krisengebeutelten EU-Mittelmeerländern Spanien und Griechenland. 

    „Die Freizügigkeit und Arbeitsmobilität ist sehr wichtig. Deutschland hat gegenwärtig eine Nettozuwanderung zwischen 400.000 und 500.000 Personen pro Jahr. Das hilft der deutschen Wirtschaft, dadurch können wir Engpässe im Arbeitsmarkt bewältigen“, erklärt Brückner vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) in einem Interview mit Sputniknews-Korrespondentin Alexandra Barone.  

    „Die Zuwanderer tragen sehr viel zur Finanzierung des Sozialstaates — vor allem zur Finanzierung der Rentenversicherung – bei“, fügte der Experte hinzu.

    Die aktuelle Debatte zur Migration geht indes weiter, so auch die islamfeindlichen Pegida-Aktionen und die Demonstrationen des Leipziger Ablegers Legida, bei denen auch Hooligans vertreten waren und es zu schweren Tumulten gekommen ist. 

    Bereits mehrfach hat sich Bundesinnenminister Thomas De Maizière gegen die Anti-Islam-Bewegung gewandt, die ihn regelrecht „abstößt“. Umso mehr hofft er: "Die Debatte über Zuwanderung und Migration und Asyl in Deutschland muss natürlich politisch, gerne auch emotional, fundiert geführt werden. Ich würde mich nur freuen, wenn sie sachkundig geführt wird, und zur sachkundigen Debatte gehört auch Zahlenmaterial. Es ist eine Stärke eines solchen Migrationsberichtes, dass er eben auf politische Bewertungen, Nützlichkeitserwägungen von Zuwanderung und Alledem verzichtet."

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    Tags:
    PEGIDA, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW), Herbert Brückner, Thomas de Maizière, Deutschland