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22:10 19 Oktober 2019
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    Martin Schulz

    EU-Parlamentspräsident: EU-Partner stimmen Schuldenschnitt für Griechenland nicht zu

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    Politik
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    Die neue griechische Regierung mit Syriza-Parteichef Alexis Tsipras an der Spitze sollte nicht mit einem Schuldenschnitt für Griechenland rechnen, wie Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments, am Montag im Deutschlandfunk sagte.

    Er habe in der Nacht lange mit Alexis Tsipras telefoniert, so Schulz. Tsipras sei ein Pragmatiker, "der ziemlich genau weiß, dass er auch Kompromisse eingehen muss – und zwar nach innen wie nach außen“.

    „Ich habe ihm heute Nacht — Sie können sich das vorstellen; die sind natürlich in euphorischer Stimmung — schon gesagt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die radikalen Forderungen, die bis dato erhoben worden sind, von ihm und von seiner Partei, A eine Mehrheit in Griechenland finden und B, dass die EU-Partner darauf eingehen können. Man wird aber in Ruhe mit ihm reden müssen“, so Schulz.

    Tsipras sei auch ein Pragmatiker, der ziemlich genau wisse, dass er zwei Kompromisse eingehen müsse, betonte Schulz. „Man muss mit ihm reden. Besser übrigens mit ihm zu reden, als nur über ihn. Und dann wird er auch erst mal vortragen müssen, was er denn will, denn zwischen dem, was man in so einem Wahlkampf dann sagt, und dem, was am Ende praktisch durchsetzbar ist, liegt sicher eine lange Strecke von Verhandlungen.“

    Bei seinem Wahlkampf hatte Tsipras versprochen, die Politik des Landes völlig zu ändern, den Sparkurs zu beenden und die Beziehungen mit den Geldgebern anders zu gestalten. Zudem wolle er auf die Streichung von Griechenlands Schulden bei der EU hinarbeiten, die bei rund 300 Milliarden Euro liegen.

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    Tags:
    Syriza-Partei, EU, Martin Schulz, Alexis Tsipras, Griechenland