18:42 10 Juli 2020
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    Bei der Entscheidung, Russland herabzustufen, hat die Rating-Agentur S&P unter dem Druck der USA gestanden, wie der russische Vizeaußenminister Wassili Nebensja am Dienstag sagte.

    Am Montag hatte die Agentur die Note für die Bonität Russlands auf BB+ von zuvor BBB- gesenkt. Zudem wurde der Ausblick für die weitere Entwicklung des Landes als negativ beurteilt.

    Die Agentur begründete die Abstufung damit, dass die russische Geldpolitik weniger flexibel geworden und ihre weitere Verschlechterung nicht auszuschließen sei. Zudem seien die Aussichten für ein Wachstum in Russland schwächer geworden.

    „Es ist kaum verwunderlich, dass dieser Schritt gerade jetzt unternommen wurde: Durch einen seltsamen Zufall fiel er mit der nächsten Windung der anti-russischen Hysterie zusammen“, sagte der Diplomat am Dienstag RIA Novosti. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass dies auf ein Diktat Washingtons erfolgte.“

    Der hochrangige Diplomat kritisierte den Zeitpunkt der Herabstufung. Nach seinen Worten wurde die Entscheidung gefällt, nachdem die russische Regierung einen Antikrisenplan angekündigt hatte.

    Zu dem Zeitpunkt sollte die Agentur die Bonitätsbewertung für Russland anheben, statt diese zu senken, so Nebensja.

    „Es handelt sich dabei nicht nur um doppelte Standards, sondern auch um einen indirekten Beweis für die Engagiertheit der Agentur zwecks Erfüllung eines politischen Auftrags“, betonte er.

    „Die jüngsten Entscheidungen von Moody’s und Fitch sind nicht so anrüchig: Sie haben die Bewertung der Investitions-Kategorie Russlands nicht geändert, obwohl es zu der Zeit noch keinen umfassenden Antikrisenplan gegeben hat“, so der Diplomat.

    Russland sei mit koordinierten Maßnahmen zur Untergrabung seiner Wirtschaft konfrontiert, führte er weiter aus. „Diese Handlungen sind ein geheimer Teil des Sanktionskrieges, der uns faktisch offiziell erklärt wurde.“

    Die Entscheidung der Agentur S&P sei „absolut politisch motiviert, nicht objektiv und engagiert“.

    „Ich wollte noch hinzufügen, dass diese Entscheidung ‚keinen Groschen wert ist‘, was aber falsch wäre, denn sie hat eben einen Wert, denn sie verteuert für uns die Kreditkosten im Ausland und wirkt sich auf die Aussichten für die russischen Wertpapiermärkte aus“, betonte der russische Vizeaußenminister abschließend.

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    Tags:
    Ratingagentur Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch Ratings, Russland