SNA Radio
    Gefangenenaustausch in der Ostukraine am 1. November 2014

    Donezker Milizen: Kiew betrügt bei Gefangenentausch - Zivilisten untergejubelt

    © REUTERS / Maxim Zmeyev
    Politik
    Zum Kurzlink
    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
    0 838
    Abonnieren

    Die Donezker Volksmilizen werfen der ukrainischen Armee Betrug beim Gefangenenaustausch vor. Nach Angaben der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ (DVR) sind mehr als zwei Drittel der vom ukrainischen Militär übergebenen „Kriegsgefangenen“ Zivilisten, die nie Waffen in der Hand gehalten haben.

    „Von den 500 Menschen, die uns im vergangenen Jahr übergeben wurden, sind 70 Prozent Zivilisten, die nie Waffen in der Hand gehalten hatten und nicht unter die Kategorie Kriegsgefangene fallen“, teilte DVR-Menschenrechtsbeauftragte Darja Moros am Mittwoch der Donezker Nachrichtenagentur mit. Ihr zufolge manipuliert die ukrainische Seite auch die von den Milizen übergebenen Gefangenenlisten. Statt Personen, die auf den Listen stehen, würden Namensvetter übergeben, aber auch Kriminelle, die noch vor Kriegsbeginn verurteilt worden seien.

    Bereits im September hatte die DVR bekannt gegeben, dass das ukrainische Militär statt Gefangenen öfters zufällige Leute übergibt. Dies bestätigen auch als „Kriegsgefangene“ freigelassene Menschen. DVR-Chef Alexander Sachartschenko sagte, dass die Milizen die Gefangenen nicht mehr nach der Formel „alle gegen alle“ tauschen würden. Beim jüngsten Austausch am 26. Dezember hat die Volkswehr 145 Gefangene an Kiew übergeben, das ukrainische Militär 222 Gefangene.

    Der Gefangenenaustausch ist Teil des Plans zur friedlichen Konfliktlösung, den beide Konfliktgegner am 5. September in Minsk vereinbart hatten. Der Plan sah unter anderem auch einen Waffenstillstand vor, der jedoch nicht eingehalten wurde. Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine dauert seit April an. Die ukrainische Übergangsregierung hatte Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistisch geprägten Februar-Umsturz nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Die Gefechte zwischen Militär und bewaffneten Regierungsgegnern haben laut UN-Angaben bereits mehr als 5000 Menschen das Leben gekostet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)

    Zum Thema:

    Ukrainische Vermittler hatten Verhandlung zu Austausch von Bildreporter Stenin angeboten
    Behörden von Lugansk: Austausch von Geiseln nur über Vermittler
    Tags:
    Gefangenenaustausch, Uno, Alexander Sachartschenko, Darja Moros, Donezk, Ukraine