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    Der LINKE-Abgeordnete Andrej Hunko

    Bundestagsabgeordneter: Russlandsanktionen bewirken nichts

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    Die Russland-Sanktionen der EU haben nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko, Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union, „bisher nichts bewirkt“. „Sanktionen sind das völlig falsche Signal“, betonte er in einem Interview mit Sputnik-Korrespondent Marcel Joppa.

    Eine Lösung des Ukraine-Konflikts lasse sich auf diese Weise nicht näher bringen, sagte Hunko.

    „Die Situation ist nicht entschärft, sondern eher noch verschärft worden. Deshalb bin ich absolut dagegen. Meines Erachtens müsste man Initiativen unterstützen, die die verschiedenen Seiten des Konflikts wieder miteinander ins Gespräch bringen. Ich würde mich freuen, wenn es zu einem Kurswechsel in der EU kommt und auch zu einer neutraleren Haltung gegenüber dem Konflikt in der Ukraine."

    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hatte kürzlich Russlands Staatschef Wladimir Putin in einem Brief aufgerufen, bei der Konfliktbeilegung in der Ostukraine die Minsker Vereinbarungen umzusetzen. Für Hunko grenzt das an Provokation: "Ich interpretiere diesen Brief so, dass Poroschenko damit natürlich zum Ausdruck bringt, Russland sei Kriegspartei. Ich glaube aber nicht, dass Russland sich dort formell als Kriegspartei ansprechen lassen kann. Und das ist wahrscheinlich das Kalkül von Poroschenko.“

    Währenddessen macht die ukrainische Armee weiter mobil und verlegt weitere Truppen in den Osten des Landes. Hunko sieht das äußerst kritisch: „ Das ist ja die Vorbereitung einer noch größeren Konfrontation. Hier wäre es auch wichtig, dass die EU mal sehr deutlich auch der ukrainischen Regierung sagt, dass das keine Lösung ist. Wir brauchen einen Prozess der Deeskalation. Der muss natürlich auch Kritik an allen Seiten beinhalten."

    Auch die Ankündigung der USA, im Frühling US-Truppen zu einer Ausbildungsmission in die Ukraine zu entsenden, bereitet dem LINKE-Abgeordneten große Sorgen: "Das sind natürlich alles weitere Eskalationsschritte. Wenn wir solche Meldungen hören, dann hoffe ich, dass doch der ein oder andere aufwacht und merkt, dass wir möglicherweise vor einer gigantischen Konfrontation stehen. Und die USA spielen da sicherlich keine gute Rolle."

    Positiv sieht Hunko dagegen die Haltung Griechenlands. Der neue Regierungschef Alexis Tsipras lehnt weitere Sanktionen gegen Russland generell ab. „Das griechisch-russische Verhältnis ist traditionell eher gut. Ich habe mich sehr über Griechenlands Haltung gefreut.“

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    Tags:
    Die LINKE-Partei, Alexis Tsipras, Wladimir Putin, Petro Poroschenko, Andrej Hunko, Griechenland, Russland, Ukraine
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