13:53 17 Januar 2018
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    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko bei der ersten Sitzung der neu gewählten Werhownaja Rada

    Washington bestürzt über neuen Autoritarismus Kiews - US-Presse

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    Politik
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    Die Verbreitung radikaler Ansichten innerhalb der ukrainischen Behörden bedroht die europäische Sicherheit und die USA haben nicht das Recht, die Geschehnisse in der Ukraine zu übersehen, wie die US-Zeitschrift The National Interest schreibt.

    Laut dem Redakteur des Magazins James Carden hat Washington seit dem Beginn der politischen Krise in der Ukraine versucht, die unannehmbarsten Handlungen der neuen Kiewer Behörden zu bagatellisieren.

    Arseni Jazenjuk trifft sich mit Angela Merkel in Berlin am 8. Januar 2015
    © REUTERS/ Hannibal Hanschke
    Trotz der Äußerungen einiger westlicher Experten, darunter des US-amerikanischen Geschichtsforschers Prof. Dr. Timothy Snyder von der Yale University, dass die Ukraine die europäische Gegenwart sei und die ukrainische und die europäische Geschichte in großem Maße ein einheitliches Ganzes darstellen würden, werde der „Autoritarismus Kiews“ in den letzten Monaten immer offensichtlicher, so Carden. Ihm zufolge ist Washington über die Handlungen der von ihm abhängigen ukrainischen Behörden gewissermaßen bestürzt.

    Der Verfasser führt konkrete Beispiele für das Handeln der ukrainischen Behörden im zurückliegenden Jahr an, die von einer extrem rechten Ideologie durchdrungen seien, welche die europäische Sicherheit bedrohe.

    So habe der ukrainische Verteidigungsminister Valeri Geletej im September vorigen Jahres die Bildung eines Spezialdienstes zur Ausrottung „der russischen fünften Kolonne“ bekanntgegeben. Im Oktober wurde von Präsident Pjotr Poroschenko ein neuer Nationalfeiertag – der Tag des Verteidigers der Ukraine – verkündet,  der am 14. Oktober, dem Gründungstag der (extrem nationalistischen – Anm. d. Red.) Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) begangen werden soll.

    Anfang Januar dieses Jahres wurde in der Ukraine ein nationalistischer Fackelzug anlässlich des 106. Geburtstages des ukrainischen Nationalisten-Führers Stepan Bandera durchgeführt. Erschreckend sei auch die Tatsache, dass in den ukrainischen Machtstrukturen Bataillonskommandeure zu finden seien, die extrem rechte Ansichten vertreten würden, so die Zeitschrift.

    Jedermann, der glaube, dass Fackelzüge auf Straßen europäischer Hauptstädte der Vergangenheit angehörten, täusche sich gewaltig, so Carden. Er verweist auch auf eine Äußerung des ukrainischen Premiers Arsseni Jazenjuk, der in einem Interview für deutsche Medien von einer „sowjetischen Invasion in der Ukraine und in Deutschland“ sprach.

    Es bleibe nur zu hoffen, dass das, wovor die USA in Bezug auf die ukrainischen Behörden die Augen zu verschließen bereit seien, seine Grenzen habe, so Carden.

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    Tags:
    Arsseni Jazenjuk, Petro Poroschenko, Valeri Geletej, Timothy Snyder, James Carden, Ukraine, USA
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