22:18 10 Dezember 2019
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    Ukrainische Armee in Donezbecken

    Kiew bestreitet Einkesselung von tausenden Soldaten in Donezbecken

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    Der Sicherheits- und Verteidigungsrat in Kiew hat die Berichte der Donezker Milizen, dass tausende ukrainische Soldaten im Raum Debalzewo in einen Kessel getrieben worden seien, als falsch zurückgewiesen.

    Die wichtigste Straßenverbindung mit Debalzewo stehe unter Kontrolle des Militärs, sagte der Sprecher des Sicherheitsrats, Wladimir Polewoj, am Sonntag in Kiew. Auch die Stadt Uglegorsk werde nicht gänzlich von den Milizen kontrolliert. Die Volkswehr der selbst ernannten Volksrepublik Donezk hatte am Freitag behauptet, Uglegorsk unter ihre Kontrolle gebracht und somit eine etwa 8000 Mann starke Gruppierung der ukrainischen Armee eingeschlossen zu haben.

    „In Debalzewo wird ununterbrochen gekämpft. Von einer Einkesselung ist jedoch nicht die Rede“, sagte der Sprecher des Kiewer Sicherheitsrats weiter. „Mit der Straße zwischen Artjomowsk — Debalzewo steht die wichtigste Verbindung völlig unter unserer Kontrolle.“ Auch die anliegenden Ortschaften, durch die die Verstärkung für Truppen verlegt werde, würden vom Militär beherrscht. „Die Situation ist völlig kontrollierbar“, sagte der Sprecher. Er bestätigte, dass sich Armee und Milizen entlang der gesamten Frontlinie Kämpfe liefern.

    Der ukrainische Regierungschef Arsenij Jazenjuk hatte am Samstag eine Evakuierung von Debalzewo verordnet. Nach seinen Worten wurden etwa 1000 Zivilisten aus dieser Ortschaft Debalzewo bereits in Sicherheit gebracht. Der Kommandeur Nationalgarde-Bataillons „Donbass“ Semjon Semjontschenko teilte am Samstag mit, dass die Kiew-treuen Truppen im Raum Uglegorsk und Debalzewo mit einer Gegenoffensive begonnen hätten. Am Samstagabend informierte die Kiew-treue Exil-Regierung des Gebiets Donezk, dass die ukrainischen Behörden Lebensmittelhilfe nach Debalzewo gebracht hätten. Der stellvertretende Milizkommandeur der Volksrepublik Donezk, Eduard Bassurin, teilte seinerseits mit, dass die ukrainischen Truppen versuchten, aus dem Kessel auszubrechen.

    In der Ukraine dauert seit April 2014 ein Bürgerkrieg an. Nach dem Umsturz vom Februar 2014 schickte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Milizen sind laut UN-Angaben mehr als 5000 Zivilisten ums Leben gekommen. Im August trieben die Milizen im Raum Ilowajsk mehrere Tausend ukrainische Soldaten in einen Kessel. Obwohl die Konfliktgegner im September bei Gesprächen in Minsk eine Waffenruhe und gegenseitigen Waffenabzug vereinbarten, gehen die Kämpfe insbesondere in den letzten Wochen mit aller Härte weiter.

     

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