03:36 24 September 2017
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    Festplatten-Spyware: Russische Geheimdienste nicht betroffen

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    Die beiden größten russischen Geheimdienste, der Auslandsnachrichtendienst SWR und der Abwehrdienst FSB, sind nach eigenen Angaben von der Hackergruppe „Equation Group“, die Regierungseinrichtungen in Russland und anderen Staaten mit einem neuartigen Virus ausspioniert hat, nicht betroffen.

    „Die wichtigsten russischen Geheimdienste, SWR und FSB, sind durch die ‚Equation Group‘ nicht betroffen“, teilte SWR-Sprecher Sergej Iwanow am Dienstag der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. „Unsere Computernetzwerke sind gegen solche Attacken ausreichend geschützt.“ Auch ein FSB-Vertreter bestätigte, dass die Rechner des Inlandsgeheimdienstes nicht geknackt worden seien: „Die FSB-Netzwerke sind sicher gegen Hacker geschützt.“ Auch die Drogenkontrollbehörde FSKN  hat keine Hackerangriffe registriert. „Es ist gegenwärtig nicht möglich, uns aufzubrechen“, teilte ein Sprecher mit.

    Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab hatte mitgeteilt, dass auf Computern in rund 30 Ländern innovative Spionageprogramme entdeckt worden seien, die sich unmittelbar in der Steuersoftware der Festplatten eingenistet und die Nutzer ausspioniert haben. Mit dieser Spionage-Software, die selbst Löschungen und Neuinstallationen überstehen kann, soll die Hackergruppe „Equation Group“ mehr als 500 Staats- und militärische Einrichtungen, wichtige Unternehmen und Organisationen weltweit, hauptsächlich in Russland und im Iran, attackiert haben.

    Kaspersky Lab hielt sich mit direkten Vorwürfen hinsichtlich der Herkunft der neuen Spionage-Programme zurück, wies jedoch auf eine enge Verbindung zum Computerwurm Stuxnet hin, den der US-Geheimdienst NSA gegen das iranische Atomprogramm eingesetzt hatte. Ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Schlussfolgerungen von Kaspersky Lab zutreffend seien. Ein weiterer Ex-Geheimdienstler teilte mit, dass die NSA an Software gearbeitet habe, die Festplatten direkt infizieren kann.

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    Tags:
    Spionage, NSA, Kaspersky Lab, Russland, USA