20:26 25 Februar 2020
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    Beilegung der Ukraine-Krise (337)
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    Der ukrainische Staatschef Pjotr Poroschenko hat am Mittwochnachmittag über einen vollständigen Abzug der Regierungstruppen aus dem umkämpften Ort Debalzewo im Osten des Landes informiert und angekündigt, persönlich an die Front zu reisen, um die Soldaten zu treffen.

    Der Truppenabzug sei beendet, sagte Poroschenko im Kiewer Flughafen Borispol dem Fernsehsender „5 Kanal“. „Unsere Einheiten sind völlig mit allen Waffen und Kriegstechnik abgezogen worden.“ Via Twitter informierte Poroschenko, dass die Truppen „mit Panzern, Schützenpanzern, Panzerhaubitzen und Fahrzeugen“ Debalzewo verlassen hätten. Die Donezker Volkswehr hatte zuvor berichtet, dass im Raum Debalzewo mehrere tausend ukrainische Soldaten eingekesselt seien.

    „Die Truppenhaben sich auf Befehl des obersten Befehlshabers abgezogen. Den Befehl  habe ich gestern erteilt“, sagte Poroschenko weiter. Ihm zufolge haben die Truppen nach dem Rückzug aus Debalzewo „neue Verteidigungsstellungen bezogen“.  „Jetzt reise ich an die Front, um diejenigen zu treffen, die Debalzewo verlassen haben“, so der ukrainische Präsident  in einem Statement, das sein Presseamt veröffentlicht hat.

    Die Milizen der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ hatten Anfang Februar in Debalzewo, ca. 50 km nordöstlich von Donezk, nach eigenen Angaben 6000 bis 8000 ukrainische Soldaten in die Zange genommen und dann auch völlig eingeschlossen. Die Regierung in Kiew bestritt das zunächst. Die Bürgerwehr bot den eingeschlossenen Soldaten an, den Kessel unter Abgabe der Waffen zu verlassen. Die Militärführung in Kiew lehnte dies ab.

    Am Montag teilte der Kiewer Sicherheitsrat mit, dass die Truppen sich auf einen gewaltsamen Ausbruch aus dem Kessel vorbereiten würden. Seit dem 15. Februar gilt in der Ost-Ukraine ein Waffenstillstand, der am 12. Februar in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten Francois Hollande und des russischen Staatschefs Wladimir Putin ausgehandelt worden war. In den letzten Tagen war Debalzewo der einzige Ort in der Ost-Ukraine, in dem die Kämpfe zwischen Militär und Milizen weiter tobten.

     

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    Petro Poroschenko, Donezk, Debalzewe, Ukraine