14:44 15 Dezember 2017
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    Ukrainische Soldaten, die in Debalzewo kämpften, unterwegs nach Artjomowsk

    Kiew: 90 Soldaten bei Ausbruch aus Debalzewo in Gefangenschaft geraten

    © REUTERS/ Gleb Garanich
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    Das ukrainische Verteidigungsministerium hat am Donnerstag bestätigt, dass mindestens 90 Soldaten im Raum des umkämpften Eisenbahnknotenpunktes Debalzewo in Gefangenschaft geraten seien. Die Volksmilizen hatten zuvor von „Hunderten“ kapitulierten Soldaten berichtet.

    „Mehr als 90 Soldaten der ukrainischen Streitkräfte sind im Brückenkopf Debalzewo in Gefangenschaft geraten, nachdem sie in einem der Frontabschnitte mit ungleichen Kräften des Gegners einen Kampf aufgenommen hatten“, erklärte das Kiewer Verteidigungsministerium. Nach Angaben der Behörde wurden bei der „Truppenverlegung“ aus Debalzewo 13 ukrainische Soldaten getötet und 157 weitere verletzt. Der ukrainische Generalstab teilte seinerseits mit, dass 82 Soldaten vermisst würden.

    Die Donezker Volkswehr hatte Anfang Februar im Raum Debalzewo nach eigenen Angaben bis zu 8000 ukrainische Soldaten eingeschlossen und ihnen einen Abzug unter Abgabe der Waffen angeboten. Die ukrainische Regierung bestritt zunächst die Einkesselung der Soldaten. Am Montag kündigte der Kiewer Sicherheitsrat jedoch an, dass ein gewaltsamer Ausbruch aus dem Kessel vorbereitet werde.

    Ukrainische Armee bei Debalzewo
    © AFP 2017/ ANATOLII STEPANOV
    Am gestrigen Mittwoch informierte der ukrainische Staatschef Pjotr Poroschenko über einen „planmäßigen Truppenabzug“ aus Debalzewo. Dabei bestritt er, dass es eine Kesselschlacht gegeben habe.Dagegen berichteten der Kommandeur des Kiew-treuen Freiwilligenbataillons „Donbass“, Semen Sementschenko, und der Nationalistenchef Dmitri Jarosch von schweren Verlusten der Armee beim Ausbruch aus Debalzewo.

    Am heutigen Donnerstag teilte die Donezker Volkswehr mit, dass Debalzewo unter Kontrolle der Milizen stünde. Nach Angaben der nicht anerkannten Donezker Volksrepublik  starben 3000 bis 3500 ukrainische Soldaten im Debalzewo-Kessel, darunter mehrere Dutzend beim Ausbruch. Seit dem 15. Februar gilt in der Ukraine Waffenruhe. Sie war in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten Francois Hollande und des russischen Staatschefs Wladimir Putin ausgehandelt worden.

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    Tags:
    Volkswehr, Petro Poroschenko, François Hollande, Wladimir Putin, Dmitri Jarosch, Semen Sementschenko, Angela Merkel, Debalzewe, Ukraine
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