08:13 14 November 2019
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    Schoigu: Russland verteidigt seine Interessen in Arktis notfalls mit Waffen

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    Russland sieht sich laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu einem zunehmenden Gefahrenpotenzial in der Arktis ausgesetzt und kann sich vorstellen, seine Interessen in dieser Region auch mit Waffen zu verteidigen.

    „In die Arktis drängen Industriestaaten, die keinen unmittelbaren Zugang zu Polargebieten haben. Sie tun politische und militärisch-ökonomische Schritte in diese Richtung“, sagte Schoigu am Mittwoch in einer Kollegiumssitzung des Verteidigungsministeriums in Moskau.

    Auch Anrainer-Staaten versuchen laut dem Minister, „ihre nationalen Territorien um den Festlandssockel und Inseln des Nordpolarmeeres zu erweitern.“

    Russlands Militär in der Arktis
    © Sputnik / Igor Ageyenko
    In der Arktis entstehe dadurch "ein breites Spektrum an potentiellen Herausforderungen und Gefahren" für die Sicherheit Russlands. „Deshalb ist der Ausbau der militärischen Infrastruktur in dieser Region eines der Hauptanliegen des Verteidigungsministeriums“, sagte Schoigu. Die Arktis verwandle sich in eine der wichtigsten Öl- und Gasförderregionen und einen internationalen Verkehrsknotenpunkt. „Eine ständige militärische Präsenz in der Arktis und die Möglichkeit, die Interessen des Staates mit Mitteln des bewaffneten Kampfes zu verteidigen, wird (von Russland – Red.) als Bestandteil der allgemeinen Politik betrachtet, um die Sicherheit der Nation zu gewährleisten.“

    Die Rivalität um die Arktis, wo laut Expertenschätzungen mehr als ein Viertel der weltweiten Öl- und Gasreserven mit einem Gesamtwert von mindestens 30 Billionen US-Dollar liegen, hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Um die reich gefüllte Naturschatzkammer buhlen Russland, die USA, Kanada, Großbritannien und andere Anrainerstaaten. Mehr als ein Fünftel des russischen Landesgebietes liegt in der Arktis-Zone. 2013 beauftragte der russische Präsident Wladimir Putin das Verteidigungsministerium, in der Arktis eine militärische Infrastruktur aufzubauen und Truppen aufzustellen.

    Auf den Neusibirischen Inseln soll demnach ein Marine-Stützpunkt entstehen. Darüber hinaus sollen neue Radare aufgestellt und die Grenztruppen verstärkt werden. Laut Verteidigungsminister Schoigu plant Russland auch eine Verstärkung der Truppen auf der nördlichen Pazifik-Halbinsel Tschukotka, die für die Sicherheit der Schifffahrt in der Nordostpassage sorgen. U-Boote sollen Arktis-Einsätze üben.

    Laut dem Seerechtsübereinkommen der Uno von 1982 haben die Arktis-Anrainerstaaten (Russland, USA, Kanada, Norwegen sowie Dänemark mit Grönland) das Recht auf den Festlandssockel bis zu einer Entfernung von 200 Seemeilen. Diese Staaten dürfen Anspruch auf Gebiete außerhalb der 200-Meilen-Zone erheben, wenn sie bei der UN-Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels einen entsprechenden Antrag stellen und ihn mit wissenschaftlichen Erhebungen untermauern.

    Russland hat 2001 als erster Arktis-Anrainer eine Abgrenzung seines Festlandssockels beansprucht. Im August 2007 erreichte eine russische Expedition den Nordpol. In einer Rekordtiefe von 4261 Metern wurden im Nordpolarmeer Bodenproben genommen. Nach deren Auswertung gelangten die Forscher zu dem Schluss, dass der Lomonossow-Rücken geologisch zum russischen Festlandssockel gehört und daher Russland Rohstoffe auf einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometer beanspruchen darf.

    Sergej Pirogow

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