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22:23 19 August 2019
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    Ukraine: Donezker Milizen melden Ende des Waffenabzugs

    © REUTERS / Gleb Garanich
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    Die Volkswehr der nicht anerkannten Donezker Volksrepublik im Osten der Ukraine hat nach eigenen Angaben alle ihre schweren Waffen von der Trennlinie mit dem ukrainischen Militär abgezogen: Am Sonntag seien die letzten Kolonnen unter Kontrolle der OSZE ins Hinterland gebracht worden.

    Der Waffenabzug sei im Beisein der OSZE-Beobachter abgeschlossen worden, teilte der stellvertretende Volkwehrchef Eduard Bassurin am Sonntag der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Nach seinen Angaben ziehen auch die ukrainischen Streitkräfte ihre Technik zurück, halten jedoch die neuen Stationierungsorte geheim. Das ukrainische Militär hält sich vorerst mit Kommentaren zurück. Nach Angaben der Donezker Volkswehr haben Kiew-treue Kräfte in den vergangenen 24 Stunden 26 Mal das Feuer im Donbass eröffnet. Beschossen wurden Vororte der Millionenmetropole Donezk, wie die Nachrichtenagentur Dan meldet.

    Auch die selbsternannte Lugansker Volksrepublik bestätigte am Sonntag, sie werde noch im Laufe des Tages den Abzug ihrer Waffen abschließen. „Bei uns läuft alles nach Plan: Heute ist der letzte Tag“, sagte Wladislaw Dejneko, Chefunterhändler der Lugansker Volksrepublik bei den Friedensverhandlungen mit Kiew.“ Wir gehen synchron mit Donezk vor.“ Der Premierminister der Lugansker Republik, Gennadi Zypkalow, sagte seinerseits, dass alle schwere Technik bereits abgezogen worden sei. „Der Abzug ist vollständig. Es bleiben nur noch Formalitäten“, sagte Zypkalow.  „Wir haben die OSZE-Beobachter über die Stationierungsorte der abgezogenen Technik und Kämpfer informiert.“ Am Samstag hatte Lugansk berichtet, dass die Volksmilizen etwa 80 Prozent ihrer schweren Waffen abgezogen hätten.

    Der Waffenabzug ist Teil eines Friedensplans, der am 12. Februar in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin ausgehandelt worden ist. In der Ost-Ukraine dauert seit April 2014 ein Bürgerkrieg an. Nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 setzte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk ein, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Milizen sind laut den UN-Angaben mindestens 5700 Zivilisten ums Leben gekommen.

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    Tags:
    Waffenabzug, OSZE, Wladimir Putin, Eduard Bassurin, Viktor Janukowitsch, Donezk, Ukraine