02:27 29 Januar 2020
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    Als Pjotr Poroschenko im Mai 2014 Präsident der Ukraine wurde, setzte die deutsche Bundesregierung große Hoffnungen in den 49-jährigen Milliardär. Jetzt herrscht in Berlin aber Ernüchterung, wie die ARD berichtet.

    Bei seinem Amtsantritt hat Petro Poroschenko versprochen, den Konflikt im Osten des Landes nicht militärisch, sondern durch Verhandlungen beizulegen. „Jetzt, zehn Monate später, herrscht große Ernüchterung in Berlin“, der ARD-Bericht. „Hinter vorgehaltener Hand heißt es in der Bundesregierung, während der Verhandlungen in Minsk habe Poroschenko seine Verbündeten im Westen im Unklaren gelassen über die geringe militärische Stärke der Ukraine.“ In der Folge sei es dann zum Zusammenbruch der ukrainischen Streitkräfte im Kessel von Debalzewo gekommen.

    Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte zur ARD, dass die Schwäche der ukrainischen Armee nicht nur die ukrainische Führung, sondern auch viele im Westen erstaunt und überrascht habe. „Wir haben es mit einer zerfallenden, nicht mehr kampffähigen Armee zu tun."
    Ein weiteres Problem für den Oberkommandierenden Poroschenko sind, so die ARD, die Privatarmeen, die in der Ukraine operieren und dem Staatschef nicht gehorchen. Diese würden von Oligarchen bezahlt und fühlten sich weder an Recht und Gesetz noch an internationale Vereinbarungen gebunden. Laut der Grünen-Abgeordneten Marie-Luise Beck begünstigen die Kampfhandlungen im Donbass die Position der Oligarchen in der Ukraine. „Wenn einer wie (der Oligarch, Anm. d. Aut.) Kolomoiski die Stadt Dnjepropetrowsk praktisch mit seinem privaten Geld verteidigt, dann kann Poroschenko einem solchen Oligarchen jetzt nicht mit einer Anti-Korruptions-Initiative kommen."

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    Tags:
    Petro Poroschenko, Deutschland, Ukraine, Debalzewe, Berlin