06:16 25 April 2019
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    Ost-Ukraine: Lugansker Bürgerwehr übt Verteidigung und Angriff

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    Nach dem Abzug schwerer Waffen von der Trennlinie mit dem ukrainischen Militär hat die Bürgerwehr der nicht anerkannten Lugansker Volksrepublik auf ihrem Territorium im Donezbecken eine militärische Übung begonnen.

    Die Kämpfer würden sowohl Verteidigung als auch Angriff trainieren, teilte der Vizekommandeur der Volksmiliz, Witali Kisseljow, am Montag mit. „Die Kampfhandlungen sind eingestellt. Wie lange die Waffenruhe hält, hängt von Politikern ab. Trotzdem trainieren wir systematisch, sowohl tags als auch nachts“, zitierte ihn das Lugansker Informationszentrum. Der stellvertretende Stabschef der Lugansker Bürgermiliz, Igor Jaschtschenko, informierte seinerseits, dass unter anderem Schießübungen geplant seien. Parallel dazu suchen Minenräumer nach Minen in ehemaligen Kampfgebieten.

    Die Lugansker Bürgerwehr hatte nach eigenen Angaben am gestrigen Sonntag den Abzug schwerer Waffen im Donezbecken abgeschlossen. Die Artillerie und Raketenwerfer wurden laut Jaschtschenko unter Kontrolle der OSZE-Beobachter hinter die vereinbarte Linie gebracht. Tags davor hatten die Volksmilizen der benachbarten „Volksrepublik Donezk“ den Abzug ihrer schweren Waffen als abgeschlossen gemeldet. Das ukrainische Militär berichtete seinerseits vom Abschluss der „ersten Etappe“ des Waffenabzugs. Doch schon am Samstagabend warfen sich die Milizen und die ukrainische Armee gegenseitigen Beschuss vor.

    In der Ukraine brach im April 2014 ein Bürgerkrieg aus. Nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 schickte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Milizen sind laut den UN-Angaben mindestens 5700 Zivilisten ums Leben gekommen. Seit dem 15. Februar gilt im Kampfgebiet Waffenruhe. Sie ist Teil eines Friedensplans, der am 12. Februar in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin ausgehandelt worden ist.

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    Tags:
    Waffenruhe, Waffenabzug, OSZE, Igor Jaschtschenko, Wladimir Putin, Angela Merkel, Witali Kisseljow, Donezk, Lugansk, Ukraine