12:05 11 Dezember 2019
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    „Nur Zentimeter vom Krieg entfernt“: Pjöngjang fühlt sich provoziert - Experte

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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Das Abfeuern zweier ballistischer Raketen durch Nordkorea am Montag in Richtung Japanisches Meer war nach Ansicht des Moskauer Fernost-Experten Konstantin Asmolow „nur eine normale, vorhersehbare Reaktion“ auf den Beginn der großangelegten gemeinsamen Militärmanöver Südkoreas und der USA.

    Nach Ansicht des Experten aus dem Institut für den Fernen Osten der Russischen Wissenschaftsakademie „erhöhen die jährlichen Manöver die Spannungen in der Region, was den USA als Begründung für ihre militärische Präsenz dient“.

    „Diese Präsenz ist aber nicht nur gegen Nordkorea gerichtet“, so Asmolow in einem Sputnik-Interview. „Regelmäßig wird China beschuldigt, für das irrationale Verhalten seines ‚Satelliten‘ verantwortlich zu sein. Dabei wird gerne übersehen, dass Nordkorea nie eine Marionette Pekings war und dass die aktuellen Beziehungen eher als ‚kühl‘ zu beschreiben wären. Es geht vielmehr darum, Druck auf China auszuüben, egal was es tut oder was nicht.“

    Das Wichtigste sei nach Auffassung Asmolows, dass die Situation nicht weiter eskaliert, es keine Provokationen, Systemfehler oder irgendwelche Aktionen auf Seiten der USA und Südkoreas gibt, die von Nordkorea falsch interpretiert werden könnten. Dies gelte umso mehr als der Generalstab der nordkoreanischen Streitkräfte bereits bekannt gab, dass sich die Region „nur Zentimeter vor dem Beginn eines neuen Krieges“ befindet und vor der militärischen Antwort warnte, sollte auch nur ein einziges Geschoss auf das Gebiet Nordkoreas fallen.

    Japan hat auf die nordkoreanischen Raketenabschüsse heftig reagiert. Premierminister Shinzo Abe wies alle staatlichen Stellen an, alle Informationen darüber zu sammeln und eng mit Südkorea und den USA zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit in der Luft und auf dem Meer zu gewährleisten. Außerdem soll die Bevölkerung ein weiteres Mal über die „nordkoreanische Bedrohung“ informiert werden. Am gegenwärtigen Manöver nehmen auch Einheiten aus Großbritannien, Frankreich, Australien und Kanada teil.

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    Shinzo Abe, Konstantin Asmolow, Kanada, Australien, Frankreich, Großbritannien, China, USA, Südkorea, Nordkorea