03:20 06 Dezember 2020
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    Am Frauentag, dem 8. März, wird Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseff ein Gesetz zur häuslichen Gewalt gegen Frauen unterzeichnen. Dieses Gesetz ist in dieser Woche vom Parlamentsunterhaus gebilligt worden.

    Die Vorsitzende der Kommission für Frauenfragen der brasilianischen Gilde der Rechtsanwälte, Rosa Maria Fonseca, hält dieses Gesetz für „einen großen Fortschritt im Kampf gegen Brutalität gegenüber Frauen in Brasilien“. „Das neue Gesetz wird einen größeren Umfang haben“, betonte sie in einem Interview für Sputnik Brasil.

    Frauenmorde werden ab sofort unter bestimmten Bedingungen als eine besondere Art von Verbrechen gelten, unter anderem wenn es sich um häusliche Gewalt handeln sollte oder wenn der Mord mit einer Erniedrigung der Frau nach dem Geschlechtsmerkmal bzw. mit sexueller Gewalt begangen worden ist.

    Die Anwältin zeigte sich überzeugt, dass Brasilien schon seit langem ein solches Gesetz brauche. „Das hätte schon längst getan werden müssen, aber alles dauert seine Zeit. Nachdem die Präsidentin dieses Gesetz signiert hat,  rechnen wir mit einem neuen Verhalten gegenüber Frauen in Brasilien.“

    Derzeit gilt in Brasilien das so genannte Gesetz “Maria da Penha” aus dem Jahr 2006. Es hatte das Ziel, gegen die häusliche Gewalt zu kämpfen und das Vertrauen der Frauen zur Regierung und Polizei zu fördern.

    Oft werden Frauen von ihren Ehemännern bzw. Partnern misshandelt, so Fonseca weiter. „Weltweit werden Frauen in 49 Prozent der Fälle von ihren Partnern getötet. Warum? Weil Frauen Angst haben. Und wenn sie sich an die Polizei wenden, dann müssen sie ermutigt werden, damit sie nicht fürchten, dass Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Frauen müssen nach Informationen, nach Gesellschaftsorganisationen wie unserem Komitee suchen. Sie müssen erfahren, wie sie eine Anzeige aufgeben und wie ihre Anzeige behandelt werden soll. Frauen müssen nach Hilfe suchen. Sie sollen nicht schweigen und glauben, dass Männer das Recht haben, sie zu misshandeln. Aggressive Männer haben Unrecht, und Frauen brauchen Zugang zu entsprechenden Informationen“, so die Anwältin.

    Eine der Novellen zu dem Maria-da-Penha-Gesetz sieht vor, dass eine Frau ihre Anzeige wegen Prügel bzw. Erniedrigung nicht mehr zurückziehen kann, wenn diese entgegengenommen worden ist. Laut einem Bericht des Sekretariats der Präsidentin Brasiliens ist die Zahl von Frauenmorden bei häuslicher Gewalt seit dem Inkrafttreten des Maria-da-Penha-Gesetzes 2006 um zehn Prozent gesunken.

    Maria da Penha war eines der Opfer von häuslicher Gewalt in Brasilien, die nach vielen Jahren ein Strafurteil gegen ihren Ex-Mann erreicht hatte. Wegen seiner gewaltsamen Übergriffe ist sie gelähmt. Am 8. März veranstaltet die Kommission für Frauenfragen am Strand „Praia de Leme“ ein Aufklärungsseminar zu dem Gesetz und den neuen Rechten der Frauen.

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    Tags:
    Frauen, Dilma Rouseff, Brasilien